Wenn alles anders kommt als man denkt…

Der Titel lässt schon erahnen, das der heutige Beitrag nicht so freudig wird, wie man es erwarten könnte, nachdem wir letztes mal von unserem Sponsorship erzählt haben. Was ist passiert?

Die Zeit rennt uns davon

Unser Boss hat uns ja im Dezember schon angeboten, dass er Denny sponsoren kann und wir somit hier bleiben können. Wir hatten uns dazu entschieden und haben dann abgewartet, was als nächstes passiert. Und haben gewartet… und gewartet… und gewartet. Eigentlich hieß es, das wir im Januar alles in die Wege leiten werden. Ende Januar wurde ich dann langsam nervös, weil es keine neuen Informationen gab. Diese Nervosität stieg von Tag zu Tag und im Februar habe ich dann mal etwas nachgeforscht, wie das mit dem 187 Visum, welches wir ja angestrebt haben, eigentlich genau läuft. Vieles wusste ich ja schon, was wir beide aber völlig außer Acht gelassen haben, war das „Skills assesment“ – also die Anerkennung von Dennys Beruf. Das benötigt man nämlich, bevor man sich überhaupt auf das Visum bewerben kann. Wir waren uns nicht so 100 % sicher, ob Denny das wirklich benötigt oder nicht und wir entschieden uns, einen Einwanderungsanwalt um Rat zu bitten. Wir erklärten die Situation und es kam sogar alles noch viel schlimmer, als wir es gedacht hätten…

Die Berufsanerkennung dauert so ungefähr um die 3 Monate – wir hatten mittlerweile Mitte Februar und Mitte Mai läuft unser Visum aus. Kurz: Wir werden die Anerkennung nicht machen können, das schaffen wir zeitlich nicht. So ein Mist! Aber immerhin können wir dann doch auf das 457 Visum, also das Visum, mit den schlechteren Konditionen (man muss mindestens 2 Jahre beim gleichen Arbeitgeber bleiben und kann dann erst ein unbefristetes Visum beantragen, das Visum ist für 4 Jahre gültig und auch sonst sind die Konditionen um einiges schlechter), das würden wir notfalls aber auch machen…

Wer hat eigentlich gesagt, dass es einfach ist…?

Wir haben also unsere Anwälte gefragt (wir haben mit 2 verschiedenen Kontakt aufgenommen, um verschiedene Meinungen zu hören), wie es aussieht mit dem 457. Die Antwort von beiden war so ziemlich gleich und vor allem niederschmetternd: Das wird mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht klappen. Denn wie will der Arbeitgeber der Einwanderungsbehörde erklären, dass er unbedingt einen Vollzeit-Metallbauer benötigt? Schließlich ist die Firma eine Heufabrik, dementsprechend wird so gut wie gar nichts im Bereich Metallbau gemacht – ab und zu wird mal geschweißt, aber das reicht natürlich nicht aus. Der einzige Weg, wie es VIELLEICHT klappen KÖNNTE, wäre illegal – nämlich Denny unter einer anderen Firma einzustellen, ihn aber trotzdem hier arbeiten zu lassen. Sollte das allerdings raus kommen, kriegen wir erst mal eine 3 Jahres Visumssperre und auch danach wird es noch schwieriger, sich für ein anderes Visum zu bewerben. Das wollen wir natürlich auf keinen Fall und deswegen haben wir für uns jetzt beschlossen, dass wir, egal was kommt, das Sponsorship nicht annehmen werden. Wir haben mit dem Chef schon darüber gesprochen, dass es wahrscheinlich nicht klappen wird, daraufhin hatte er die Idee, Denny in einer anderen Firma anzustellen. Er selbst kennt sich mit dem ganzen Visumkram nicht aus und ist sozusagen nur der Mittelsmann, zwischen uns und dem oberen Boss, der das alles regeln sollte.

Es ist nun schon wieder über 1 Woche vergangen, ohne irgendwelche Informationen seitens unserer Arbeit, wie genau sie sich das vorstellen und so weiter. Wir haben dem Chef noch nicht mitgeteilt, dass wir da nicht mitmachen, weil wir nicht wissen, wie er reagiert. Denny wurde nun an der Heupresse angelernt und der jetzige Pressenbediener verlässt in der nächsten Woche die Firma. Das heißt, Denny ist neben dem Chef der einzige, der die Presse bedienen kann. Einerseits braucht er Denny also, andererseits wüsste er dann, das wir spätestens im Mai gehen müssen. Es besteht also die Gefahr, dass er so schnell wie möglich einen neuen Maschinenführer sucht und wir schon früher gehen müssen – so richtig vorstellen können wir uns das nicht, weil er immer sehr nett zu uns war, aber man weiß ja nie. Es ist also alles ziemlich verzwickt und mein schlechtes Gewissen wird immer größer, weil ich bzw. wir beide eigentlich die Typen sind, die ehrlich sind und es allen recht machen wollen, wir mögen keinen Streit und wir mögen es auch nicht, jemanden einfach hängen zu lassen – z.B. jetzt einfach zu kündigen, weil der Job uns sowieso nur annervt und wir schon morgens um 7 die Schnauze voll haben, das würden wir aber nicht machen, weil er Chef dann dasteht ohne Arbeiter. Ist wahrscheinlich bescheuert so zu denken, aber so sind wir leider….

Hoffen und nicht aufgeben

Wir haben uns jetzt die letzten 2 Wochen die Köpfer zerbrochen, was wir nun machen sollen, bzw. zerbrechen sie immer noch. Es gibt so ziemlich genau 2 Möglichkeiten, die am ehesten möglich für uns sind: Einen anderen Sponsor in Dennys Arbeitsbereich zu finden oder ein „Skilled Independent Visa“, also ein Visum, bei dem Denny aufgrund seines Berufes in Australien bleiben kann, ohne Beschränkungen und ohne einen Arbeitgeber.

Wir haben uns zunächst dazu entschlossen, Dennys Beruf anerkennen zu lassen und sind gerade in dem Prozess, dank unserer Einwanderungsanwältin. Alleine würden wir da wahrscheinlich nie durchsehen, es muss so viel nachgewiesen und eingeholt werden, das ist der Wahnsinn. Wenn man nur einen kleinen Fehler macht, dann wird das ganze abgelehnt, es wird nicht lange nachgefragt wenn irgendetwas unklar ist. Wir hoffen jetzt einfach, dass das alles rund geht, auch wenn das höchstwahrscheinlich bedeutet, das wir im Mai ausreisen müssen, weil wie oben schon gesagt, die Zeit langsam knapp wird. Wir müssen das jetzt so hinnehmen, machen können wir dagegen ja leider eh nichts. An dieser Stelle wollen wir uns aber nochmal ganz doll bei unseren Müttern bedanken, die jetzt alles was wir brauchen für uns raus suchen müssen, das muss echt nervig sein, dafür schulden wir euch wirklich was! 🙂

Wenn wir die Berufsanerkennung durch haben, können wir uns dann auf das Skilled Independent Visa bewerben. Ganz so einfach ist es natürlich auch nicht, denn man muss zuerst mal 60 Punkte erreichen. Es gibt Punkte für die verschiedensten Kriterien, zum Beispiel das Alter, Berufsanerkennung, Sprache… Aktuell haben wir noch nicht genug Punkte zusammen, das ist nur zu schaffen, wenn Denny einen Sprachtest ablegt und dabei ein ausreichendes Ergebnis erzielt. Wir haben vor 2 Wochen schon den IELTS Sprachtest gemacht und gerade vor 2 Tagen die Ergebnisse bekommen – es reicht leider noch nicht, das haben wir aber auch nicht erwartet, die Ergebnisse waren trotzdem besser als gedacht. Nun wird Denny fleißig üben um es zu schaffen und dann ist auch diese Hürde genommen. Genug Zeit haben wir ja nun erst mal…

Neben dem ganzen Kram für die Berufsanerkennung und einem 10-12 Stunden Arbeitstag, versuchen wir auch noch, eine andere, bessere Arbeit zu finden, mit der Hoffnung, auf ein Sponsorship. Das würde die ganze Sache viel leichter machen, wir bräuchten das Land nicht verlassen und auch keinen neuen Sprachtest machen. Leider ist es nicht leicht Arbeit zu finden, vor allem in Westaustralien, weil die Arbeitslosenquote hier am höchsten ist und weil die meisten Firmen anscheinend lieber Australier einstellen und sich die Bewerbung wohl gar nicht weiter angucken wenn sie sehen, das man auf dem Work and Holiday ist. Dazu kommt, das wir ja den ganzen Tag arbeiten und eigentlich nur in der Mittagspause telefonieren können, weil der Chef meistens den ganzen Tag da ist. Alles nicht so einfach, aber vielleicht ist es ja doch zu schaffen…

Ihr seht, es ist zurzeit nicht einfach hier und meine Nerven lagen ziemlich blank, mittlerweile habe ich und auch Denny uns aber damit abgefunden, es ist jetzt wie es ist und wir müssen das beste draus machen. Wo wir hingehen, wenn wir ausreisen müssen, haben wir noch nicht entschieden, werden wir das aber relativ kurzfristig.

regenbogen

Bis nächstes Mal,

Denny und Sarah

Advertisements

Über Denny und Sarah

Moin, moin! Wir berichten in unserem Blog regelmäßig über unser großes Abenteuer - Work and Holiday in Australien. Wir sind beide Mitte 20 und haben bzw. hatten alles was man so hat : Job, Wohnung, Auto, Hund... Das alles aufzugeben ist ein großer Schritt und wir behaupten mal, alleine die Entscheidung unseren Traum wirklich durchzuziehen ist viel schwerer, als wenn man frisch aus der Schule kommt und "noch nichts hat". Wir berichten über alles so aktuell wie möglich und versuchen nicht so langweilig zu schreiben, damit hier auch gerne mitgelesen/mitgefiebert wird. ;) Wir wünschen euch viel Spaß beim mitlesen und über Feedback freuen wir uns auch. Solltet ihr Fragen oder Anregungen haben, schreibt uns gerne eine Nachricht. Liebe Grüße aus Lübeck Denny & Sarah
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Wenn alles anders kommt als man denkt…

  1. daggibuchholz schreibt:

    Wir fiebern so mit euch mit und hoffen sehr das Ihr, egal für welchen Weg ihr euch entscheidet ,glücklich und zufrieden seid!Kopf hoch und es wird alles GUT!!!

    Gefällt mir

Erzähle uns, wie Dir dieser Artikel gefallen hat

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s