Von der Alligator Gorge auf die Fleurieu Peninsula

Da es in Whyalla nichts interessantes außer die Delfine gab, fuhren wir weiter. Wir hatten noch viel Zeit bis zum Abflug meines Vaters, deswegen ließen wir die Tage ruhig angehen und fuhren nicht ewig viele Kilometer pro Tag. Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel lag Port Augusta und wir statteten diesem Städtchen einen kurzen Besuch ab. Viel gibt’s hierzu nicht zu erzählen, im Besucherzentrum gibt es eine interaktive Ausstellung, in der man viel darüber erfährt, wie die Welt hier vor längst vergangen Zeiten aussah – der Name „Tunnel of time“ ist Programm. Eigentlich hörte es sich nicht ganz uninteressant an, aber der Eintritt von ca. 20 $ pro Person war uns etwas zu viel und dazu kommt, dass es keine deutschen Übersetzungen gibt, das wäre dann für meinen Vater auch wieder doof gewesen. Wenn man Kinder hat ist es aber bestimmt einen Besuch wert, das ist nämlich auch die Hauptzielgruppe, wenn wir die Flyer richtig interpretiert haben.

Suche nach der Alligator Gorge

Am nächsten Tag wollten wir in der Alligator Gorge wandern gehen und so fuhren wir über den Highway A1, über den wir ja auch nach Adelaide unterwegs waren, in den Mount Remarkable Nationalpark. Dort angekommen gibt es ein Schild mit allen Wegen und wir stellten fest, dass es von dieser Seite des Parks keinen Weg zur Alligator Schlucht gibt, zumindest nicht für Autos. Wir haben dann den kurzen Wanderweg genommen, der vom Parkplatz abging. Es geht auf einen Hügel hinauf, von wo aus man bis aufs Meer gucken kann. Die Aussicht ist nicht schlecht, aber auch nicht umwerfend. Das Highlight war eher ein kleines Känguru, welches sich unter einem Busch versteckt hat. Kurz konnten wir es beobachten bis es sich aus dem Staub machte. Unten am Parkplatz lungerten ein paar Emus rum, die wahrscheinlich oft mal was von den Leuten abkriegen, die dort ihr Essen auf dem Grill brutzeln und deswegen nicht sehr scheu sind. Außerdem saßen in den Bäumen viele Kookaburras, die sich über irgendetwas tot lachten… 😀 Es gibt auch einen Campingplatz, eigentlich ganz idyllisch, aber wir blieben nicht weil wir ja eigentlich woanders hin wollten.

Die Alligator Gorge soll am besten über den Ort Melrose angefahren werden können, wir machten uns also dahin auf den Weg. Wir nahmen eine Abkürzung über eine Schotterpiste, ansonsten hätten wir wieder einen riesigen Bogen auf dem Highway fahren müssen. In Melrose angekommen, war nirgends ein Schild zu sehen auf der irgendetwas von unserem Ziel drauf stand. Es gab dafür einen anderen Wanderweg, „Cathedral Rock“ sagte das Schild und weil es noch nicht so spät war, entschieden wir, uns das mal näher anzugucken. Der Weg startete ganz interessant, über eine Hängebrücke musste man nämlich gehen. Die war zwar nicht wirklich hoch, aber Hängebrücken sind immer gut. 😉 Der Rest des Weges war kurz gefasst anstrengend, schlecht ausgeschildert und endete im Gebüsch, ohne irgendeine schöne Aussicht auf einen Felsen, der den Namen „Kathedralen Felsen“ verdient hätte… Ja, eigentlich hatte man nur Aussicht auf einen mit Bäumen bewachsenen Hügel. Toll… Hätten wir das mal früher gewusst. Diese anstrengende Wanderung lohnt sich überhaupt nicht, das einzig interessante waren ein paar Kängurus, die sich von uns ziemlich nah beobachten ließen. Für BMX Fans gibt es hier viele verschiedene Wege zu fahren, das lohnt sich dann bestimmt, vom wandern würden wir aber abraten…

Da es nach diesem Abstecher schon relativ spät war, übernachteten wir an der nächstgelegenen Raststätte etwas außerhalb und fuhren am nächsten Morgen zur Alligator Gorge. Sie liegt etwas mehr als 25 km nördlich von Melrose und der Weg dahin ist teilweise recht steil und ein Schild weist darauf hin, dass man nicht mit Wohnanhängern fahren darf. Es ging manchmal bergauf, aber meistens bergab und unten angekommen qualmten unsere Bremsen sogar ein bisschen. Blöderweise müssen wir ja später diesen Berg auch wieder rauf, das sind Höchstleistungen für unseren Rusty. Aber erstmal wollten wir wandern. Es gab einen Rundweg, der laut Schild ca. 7 km lang ist und 4 Stunden dauert. Den wollten wir nehmen. Es ging zuerst viele, viele, kleine Stufen nach unten, der Muskelkater war schon vorprogrammiert. Unten angekommen zeigte ein Schild mit „The terraces“ nach rechts und eins mit „Narrow gorge“ nach links. Da wir mit einem Rundweg gerechnet hatten, beschlossen wir erst links lang zu gehen und später dann von rechts zurück zu kommen. Eine gute Entscheidung, die „enge Schlucht“ war nämlich anscheinend das Highlight der Wanderung. Endlich mal wieder eine Schlucht, die auch wie eine aussieht und in der man sich auch fühlt wie in einer. Hohe Steinwände auf beiden Seiten und ein Echo des Vogelgezwitschers – toll. Ich bin ja sowieso ein totaler Schluchten Fan, diese hier hat mich wirklich beeindruckt. Ca. 1 km oder vielleicht 1,5 km lang ist sie und man muss ein bisschen über die Steine hüpfen um keine nassen Füße zu kriegen. Da hat sich der anstrengende Abstieg gelohnt.

Auf der anderen Seite der Schlucht wurde es dann langsam immer unspektakulärer und es ging wieder bergauf, bis zu einem Parkplatz. Auf diesem Parkplatz stand ein weiteres Schild, welches plötzlich besagte, das unser ausgesuchter Wanderweg ca. 9 km lang ist und 6 Stunden dauert. Das fanden wir natürlich komisch, weil der Weg ja wenn dann eigentlich kürzer sein müsste, 2 km hatten wir bis hierhin ja mindestens schon geschafft. Wir machten kurz Pause und besprachen die Lage. Auf eine 6 Stunden Wanderung waren wir nicht vorbeireitet und da hatten wir eigentlich auch gar nicht wirklich Lust drauf, außerdem hatten wir das Highlight ja jetzt eh schon gesehen.

Während wir so überlegten, kamen plötzlich Kratzgeräusche von einem Baum in unserer Nähe. Schnell schauten wir nach und entdeckten einen großen Goana, der da gerade vom Baum gerutscht ist. Er war bestimmt einen Meter lang und hing da ganz still rum. Wir hätten ihn wahrscheinlich gar nicht bemerkt wenn er nicht so laut gewesen wäre. Nachdem wir ihn ausgiebig fotografiert und begutachtet haben, beschlossen wir, zu unserem Auto über den kürzeren Wanderweg zurück zu gehen. Hier trafen wir dann sogar noch einen der seltenen Schnabeligel! Wir haben ja vor ein paar Wochen schon einen gefunden, genauso unerwartet wie jetzt und die Freude darüber war groß. Wir machten wieder 10000ende Fotos und ließen ihn dann ins Gebüsch verschwinden. Diese Wanderung hat sich ja mal in allen Hinsichten gelohnt 😀

Warum die Alligator Gorge so heißt, weiß man nicht ganz genau. Es könnte von einem Hirten stammen, der früher hier seine Schafe zum trinken hergebracht hat (er wurde Ali genannt) oder aber der Name stammt von den ersten Europäern die in die Schlucht kamen und beim Anblick der Goanas an Alligatoren denken mussten. Kann man sich wohl aussuchen welche Geschichte man besser findet.

Den Berg nach oben haben wir am Ende gut bezwungen, auch wenn Rusty ganz schön zu kämpfen hatte.

Wurst und Marmelade

Die Nacht verbrachten wir auf einem kostenlosen Campingplatz etwas abseits vom Highway. An der Abzweigung dort hin befindet sich direkt am Highway ein kleiner Laden „Harrys Homemade Fine Foods“, hier sollte man UNBEDINGT einen Stopp einlegen und sich mit leckerer selbstgemachter Marmelade in den verschiedensten Geschmacksrichtungen und Wurst eindecken! Wir haben ein Glas Rhabarbermarmelade und eine dicke Knoblauchsalami mitgenommen, einfach Lecker und sehr empfehlenswert. Wenn man genug Platz im Auto hat kann man sich sogar einen ganzen Meter Salami mitnehmen. Es gibt auch noch andere Sachen, z.B. Meeresfrüchte, Fisch und Kamelmilch. Ja, Kamelmilch. Das konnte ich mir auch nicht entgehen lassen und habe mal zur Probe eine mitgenommen. Sie ist ganz schön teuer und schmeckt nicht wirklich, ziemlich salzig. Zum Kosten ist es zwar ganz cool, aber nochmal würde ich sie nicht kaufen, ich habe sie eher runter gewürgt statt genossen…

Wir werden auf unserem Weg in den Westen jedenfalls nochmal einen kurzen Einkaufsstopp hier einlegen, denn unsere Vorräte sind schon aufgebraucht, es schmeckte aber auch einfach zu gut! 😉

Victor Harbour

Die letzte Etappe unserer Südaustralientour führte uns nach Victor Harbour, südlich von Adelaide auf der Fleurieu Halbinsel gelegen. Der Hauptgrund hier her zu fahren war eigentlich Granit Island, welche man von Victor Harbour aus zu Fuß erkunden kann. Eine lange Holzbrücke führt auf die kleine Insel, wer nicht laufen mag kann auch mit einer „Pferdetram“ fahren. Das ist ein Wagon der Aussieht wie von einer Tram und der von einem Pferd gezogen wird. Es ist wohl kein Problem für die Pferde diesen Wagon zu ziehen, obwohl er ganz schön schwer aussieht… Wir sind jedenfalls gelaufen, unter anderem auch weil wir uns das Geld dafür sparen wollten.

Die Hauptattraktion dieser kleinen Insel sind eigentlich die kleinen Pinguine, die man hier wohl jeden Abend sehen kann. Wir hatten leider Pech, in der Besucherinfo wurde uns gesagt, dass es zur Zeit nur sehr wenige Pinguine gibt und uns wurde auch aufgrund des kalten und windigen Wetters abgeraten, in das Pinguincenter auf der Insel zu gehen. Wenn man eine gute Zeit und gutes Wetter erwischt, bezahlt man 15 $ pro Person direkt an dem Pinguincenter auf der Insel und kann dann zum Beobachten auf extra angelegten Wegen gehen. Da Pinguine erst zur Dämmerung aus dem Wasser kommen, sollte man zum Sonnenuntergang da sein. Wir sind nicht rübergeganen, weil es einfach zu ungemütlich war und die Chancen zu gering. Schade, wir hätten meinem Vater gerne Pinguine gezeigt, aber dieses Mal sollte es nicht sein.

Am nächsten Tag war das Wetter schöner und wir drehten doch noch eine Runde über die Insel, wir hofften eigentlich auf Seehunde aber es war denen wohl zu frisch an Land. Trotzdem war es eine nette Wanderung. In der Walsaison zwischen Mai und Oktober kann man sogar Glück haben und von hier aus südliche Glattwale erspähen!

Das letzte Mal Adelaide

Die letzten Tage unserer Reise haben wir wieder Mal in Adelaide verbracht. Einen Tag haben wir genutzt, um im Port Adelaide die Kayaktour zu machen, die wir uns am Anfang vorgenommen haben. Wir entschieden uns dafür, einfach Kayaks auszuleihen und selbst herumzupaddeln, ohne Guide. Das war auch in Ordnung so, aufgrund des starken Windes war das Gebiet zum paddeln sowieso begrenzt. Für ungefähr 3 Stunden kann man sich ein Kayak ausleihen und mit ein bisschen Glück die dort ansässigen Delfine sehen. Eigentlich werden dort wohl täglich Delfine gesehen und auch wir konnten sie kurz beobachten. Es war nicht so, dass die Delfine zu einem ans Kayak kommen und neugierig gucken. Sie schwimmen an einem vorbei und bei uns sind sie sogar unter dem Kayak durch getaucht, aber es ist nicht so dass sie total neugierig an die Boote heran schwimmen oder irgendwelche Tricks machen. Man sollte nicht zu viel erwarten. Der Ausflug war insgesamt aber ganz cool, wann kann man schon mal mit Delfinen paddeln?

denny-beim-paddeln

Ansonsten haben wir, nachdem wir meinen Vater wieder nach Hause entlassen haben, nicht viel gemacht. Heute haben wir uns mal Glenelg angeguckt, dort ist der wohl bekannteste Strand (aber noch lange nicht schönste) Strand Südaustraliens. Auf Bildern habe ich gesehen, dass das Wasser türkis ist und total schön aussieht. In Wirklichkeit sah der Strand normal aus, zwar schön breit, aber das Wasser war nicht wirklich so paradiesisch wie auf den Bildern. Naja, egal, wir wollten ja eh nur mal gucken. Zum baden war es uns zu kalt, aber einige hartgesottene stürzten sich in die Fluten. In der Hauptstraße reiht sich ein Cafe oder Restaurant ans andere, zwischendurch ein paar Einkaufsläden und dazu ganz viele Menschen. Uns war es hier schon fast zu voll und wir waren auch nicht traurig, als es nach ca. 1,5 h schon wieder Richtung Stadt ging.

Heute war nämlich Spieltag, Adelaide gegen die Central Coast (NSW), da musste Denny natürlich hin. 😉 Das Spiel ging 2:1 für die Central Coast aus und das komische ist, das wir überhaupt nicht mitbekommen haben, als das 1:1 gefallen ist. Merkwürdigerweise stand auf der Anzeigetafel plötzlich ein Unentschieden und wir haben dann erst mal gegoogelt ob das nicht ein Fehler ist. Da ist man beim Fußball und es fällt ein Tor aber keiner kriegt es mit – zumindest reagiert keiner darauf… Dass es sowas gibt…

Rusty ist noch in der Werkstatt, wir lassen endlich die Windschutzscheibe austauschen – der Riss darin ging schon fast über die gesamte Scheibe – und auch ein Ölfilterwechsel war schon wieder fällig… (da sieht man mal, wie schnell man hier 5000 km zusammen kriegt) Morgen können wir ihn wohl abholen und dann geht’s weiter in Richtung Perth. Das Wetter soll jetzt endlich besser werden, die letzten Wochen waren ja eher…. bescheiden. Wollen wir´s mal hoffen.

Also dann, wir lesen uns! 😉

Denny und Sarah

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Über Denny und Sarah

Moin, moin! Wir berichten in unserem Blog regelmäßig über unser großes Abenteuer - Work and Holiday in Australien. Wir sind beide Mitte 20 und haben bzw. hatten alles was man so hat : Job, Wohnung, Auto, Hund... Das alles aufzugeben ist ein großer Schritt und wir behaupten mal, alleine die Entscheidung unseren Traum wirklich durchzuziehen ist viel schwerer, als wenn man frisch aus der Schule kommt und "noch nichts hat". Wir berichten über alles so aktuell wie möglich und versuchen nicht so langweilig zu schreiben, damit hier auch gerne mitgelesen/mitgefiebert wird. ;) Wir wünschen euch viel Spaß beim mitlesen und über Feedback freuen wir uns auch. Solltet ihr Fragen oder Anregungen haben, schreibt uns gerne eine Nachricht. Liebe Grüße aus Lübeck Denny & Sarah
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