Uluru, Delfine, Strand und mehr

Die Fahrt zum Uluru von Coober Pedy aus war lang und nicht ganz komplikationslos. Irgendwas ist ja immer, so auch dieses Mal. Wir hielten am Cadney Homestead Roadhouse an, weil ich Hunger hatte, also aßen wir etwas, setzten uns ins Auto und fuhren weiter. Schon nach einigen Metern bemerkten wir ein Geräusch, das vorher noch nicht da war und Rusty kam auch nicht so richtig aus den Puschen, als hätte er kaum noch Kraft. Wir drehten um und fuhren zurück zum Roadhouse.

Autoreparatur auf australische Art

Es stellte sich heraus, das die Zündkabelhalterung abgefallen war und die Zündkabel auf dem heißen Auspuffrohr gelandet sind. Eines davon war total durchgeschmorrt, was wohl auch der Grund für die Kraftlosigkeit von Rusty war. Na toll, wir sind mitten an einem Roadhouse irgendwo zwischen Coober Pedy und Marla, die Werkstatt vor Ort war geschlossen und es gab keine Ersatzteile zu kaufen. Kurz überlegten wir, den australischen ADAC anzurufen.

Dann kam ein Auto und wir nutzten diese letzte Gelegenheit und fragten den Mann, ob er wüsste wie wir uns helfen könnten. Die Möglichkeit, das Kabel einfach mit Panzertape zu umwickeln fiel flach, aber er hatte die grandiose Idee, einfach die alten, kaputten Schrottautos, die hinter dem Roadhouse standen, zu durchsuchen und mit Glück ein passendes Kabel zu finden.

Gesagt – getan, nach einigen unpassenden Autos fanden wir ein Zündkabel und konnten weiterfahren. Das ganze hat uns (außer kurze Panik) nichts gekostet, in einer Werkstatt hätten wir bestimmt wieder viel bezahlen müssen.

Manchmal kommt man auf die einfachsten Sachen nicht, zum Glück war dieser Australier gerade vor Ort, wer weiß wie wir sonst geendet wären.

Uluru und Kata Tjuta Nationalpark

Wir haben es nicht ganz bis zum Uluru geschafft, es waren immerhin knapp 750 km und irgendwann hatten wir einfach keine Lust mehr zu fahren. Wir schliefen am Curtis Springs Roadhouse, welches ca. 100 km vor dem Uluru ist und wo man kostenlos campen kann – ein sehr guter Ausgangsort wenn man nur einen Tag zum Uluru will, hier haben wir letztes Jahr auch schon gestanden (den Bericht vom letzten Jahr findet man hier: https://dennyundsarahunterwegs.wordpress.com/2015/11/09/ueber-die-macdonnell-ranges-zum-uluru/ .

Am nächsten Morgen ließen wir es ruhig angehen und machten uns gemütlich auf den Weg zum Nationalpark. Wir wollten auf den Campingplatz und waren etwas überrascht über die hohen Kosten 59 $ für eine Nacht (3 Personen) – wir hatten mit etwas weniger gerechnet. Wirklich schön ist der Campingplatz nicht, es gibt keine Küche und nur wenige BBQ´s, man findet kaum Schatten und steht ziemlich eng an eng. Da hatten wir schon weitaus bessere Stellplätze für weniger Geld, aber gut, das ist halt der Uluruaufschlag. Die Nationalparkgebühren sind übrigens hier noch nicht enthalten.

Der kleine Ort Yulara, in dem die ganzen Hotels stehen, hat einen IGA, eine Post, verschiedene Restaurants und Souvenierläden. Es wird auch ein Programm geboten, zum Beispiel Aborigines die irgendetwas aufführen oder Kunstgegenstände verkaufen. Vom Campinplatz aus ist alles in Laufweite, bis zum Aussichtspunkt für den Sonnenuntergang braucht man mit dem Auto ungefähr 20 Minuten.

Nachdem unser Stellplatz bezogen war, sind wir in den Nationalpark gefahren, der Eintrittspreis beträgt 25 $ pro Person und ist für 3 Tage gültig. Wir haben als erstes, wie es das Prospekt (welches es auch auf Deutsch gibt) vorschlägt, das Besucherzentrum besucht. Hier erfährt man viel über die Traumzeitgeschichte der Aborigines, also die Sicht der Aborigines, wie das Land geformt wurde und was es mit dem Uluru auf sich hat. Einiges ist ins Deutsche übersetzt, das meiste ist allerdings Englisch. Ansonsten kann man hier auch Souvenirs kaufen, es gibt ein Cafe und man kann etwas über die Flora, Fauna und noch mehr über die Aborigines lernen. Der Besuch lohnt sich wenn man interessiert ist. Gewandert sind wir an diesem Tag nicht mehr, wir wollten nur noch den berühmten Sonnenuntergang sehen und wir wurden nicht enttäuscht, es war toll, so wie man es sich vorstellt. Wir haben mal ein Video gemacht und damit es auch wirkt, ein bisschen mit der Zeit rumgespielt, bitteschön:

Am nächsten Tag haben wir uns den 10,6 km langen Wanderweg rund um den Uluru vorgenommen. Wir hatten am vorherigen Tag richtiges Glück mit dem Wetter, heute war der Himmel nämlich grau, es war kühl und windig. Immerhin besser zum wandern als wenn es zu heiß ist. Man kann sich am Besucherzentrum auch Fahrräder ausleihen, wir sind aber gelaufen. Insgesamt ist der Wanderweg leicht zu begehen, weil er ebenerdig ist. Die Highlights dieses Weges – die Felsmalereien und das Wasserloch – kann man auch über kürzere Wege erreichen und wenn man keine Lust oder Zeit hat so lange zu laufen, dann ist das wohl das beste. Wer nicht unbedingt den Uluru von allen Seiten sehen möchte, der verpasst auch dem Weg nichts.

Kurz ein paar Worte zum besteigen des Ulurus: Wir haben es letztes Jahr nicht gemacht und auch dieses Jahr nicht, wir haben nicht mal den Drang danach. Außer das der Weg schon von unten total steil und nicht ungefährlich aussieht, ist es ja auch irgendwie eine Frage des Respektes. Im Besucherzentrum und auch auf dem Schild am Start des Kletterwegs wird darüber aufgeklärt, das die Traditionellen Besitzer es nicht gerne haben, wenn man den heiligen Felsen besteigt. Warum der Kletterweg nicht einfach ganz geschlossen wird verstehen wir zwar nicht so ganz, aber ich habe mal gelesen dass es dabei (wie immer) um´s Geld und die Touristen geht. Es steht zumindest in der Diskussion und genug Gründe den Weg zu sperren, haben sie auch schon gefunden – ist es z.B. zu windig, heiß, nass oder bewölkt, bleibt der Kletterweg geschlossen. Für alle, die den Uluru aber trotzdem mal von oben sehen möchten, gibt es die Möglichkeit von Rundflügen – das Benutzen von Drohnen ist verboten.

Tag 3 widmeten wir Kata Tjuta oder auch Olgas genannt, diese Gesteinsformation ist ungefähr 56 km weit entfernt und nicht weniger eindrucksvoll als der Uluru. Kata Tjuta bedeutet in Aborigine Sprache „Viele Köpfe“ und tatsächlich erinnern die vielen Steindome auch ein bisschen daran. Es gibt 2 verschiedene Wanderwege, einen etwas kürzeren in die Walpa Schlucht und einen langen durch das „Tal des Windes“. Letztes Jahr sind wir den Valley of the winds Wanderweg gelaufen, er ist teilweise anstrengend und man sollte wirklich genug Wasser mitnehmen, man wird dafür aber auch mit schönen Aussichten belohnt. Wenn es zu heiß wird oder nach 11 Uhr wird der Wanderweg geschlossen (zumindest sporadisch, denn es steht dort nur ein Schild mit diesem Hinweis am Anfang), man sollte also früh aufbrechen.

Dieses Jahr haben wir uns also der Walpa Gorge gewidmet, dieser Weg ist relativ leicht zu wandern und endet in einer Schlucht. Das Singen der Vögel dort hört sich total schön an, als würde man in einem riesigen Tunnel stehen. Manchmal sammelt sich in der Schlucht Wasser, deswegen gibt es dort auch grüne Pflanzen und in den Pfützen sind sogar Kaulquappen zu finden. Insgesamt ist der weg nicht schlecht, aber trotzdem: Wenn man genug Zeit hat und fit ist, sollte man unbedingt den Valley of the wind Weg wählen, der ist sehenswerter.

Von den Olgas ging es am Nachmittag zurück nach Curtis Springs, wo wir wieder die Nacht verbrachten.

Zweiter Versuch in Coober Pedy

Den Weg zurück nach Coober Pedy ließen wir ruhig angehen und campten auch eine Nacht auf einem Rastplatz. Wir hatten ein kleines Feuer an und irgendwann am Abend kam eine Polizeistreife vorbei, erkundigte sich ob alles gut ist, wünschte uns einen schönen Abend und fuhr weiter. Richtig nett. 😉

ein-entspannter-abend

Wir fuhren dieses mal über die Breakaways und am Dingozaun vorbei nach Coober Pedy. Vom Highway ungefähr 30 km nördlich von Coober Pedy zweigt eine kleine Piste ab, über die man zu den Hügeln kommt, die wie eingebrochen aussehen – die sogenannten Breakaways. Bis auf diese Hügel ist das Land komplett flach, es war nämlich vor Millionen Jahren mal ein See. Die Landschaft erinnerte ein bisschen an die Painted Desert (LINK), die wir ja vor ein paar Tagen besucht hatten. Auch für die Aborigines haben die Hügel eine Bedeutung, unter anderem wurde hier Ocker für die Körper- und Höhlenbemalung gewonnen.

Folgt man der Straße, kommt man am Dingozaun vorbei, der ca. 5400 km lang ist und somit der längste gebaute Zaun der Welt. Er startet in Queensland und zieht sich bis fast an die Grenze nach Westaustralien. An sich ist an dem Zaun nichts besonderes, man erkennt ihn noch nicht mal als solches. Trotzdem ist es irgendwie cool gewesen ihn zu sehen, weil wir ja schon viel davon gehört und gelesen haben. Ein paar Kilometer weiter kamen wir dann in Coober Pedy raus, wo wir uns in das Underground Motel einbuchten. Wir hatten Glück das letzte Zimmer dort zu bekommen und haben es uns gleich gemütlich gemacht in unserer Höhle. Es ist schon irgendwie faszinierend unterirdisch zu sein, obwohl es sich dadurch, das wir ein Fenster hatten und es keine Treppen runter ging, gar nicht so anfühlte. Dadurch, dass die Wände aber aus Stein waren, wurden wir daran erinnert, unter einem Berg zu wohnen.

Da ja letztes Mal alles zu war, versuchten wir nochmal unser Glück in der Stadt. Leider wieder ohne Erfolg, denn es war immer noch alles geschlossen. Obwohl die Ferien vorbei waren, war sowohl der unterirdische Buchshop, die Galerie und auch das Cafe zu – toll…. Als Notlösung haben wir uns dann ein unterirdisches Haus angeuckt, Faye´s Underground Home, welches sich dann aber als total interessant herausgestellt hat, da kriegt man gleich Lust seine eigene Höhle zu kaufen! Diese Wohnung wurde von einer Frau gebaut, sie hat die Räume alle selbst per Hand ausgeschlagen – aber wir wollen mal nicht zu viel verraten… 😉 Gegessen haben wir abends dann – weil es ja nicht wirklich Auswahl an unterirdischen Restaurants gibt – bei John´s Pizza Bar. Schmeckt gut und es gibt sogar 10 % Rabatt wenn man den Flyer aus der Touriinfo mitnimmt. 😉

Gawler Ranges Nationalpark

Für uns hat sich also auch der 2. Besuch in Coober Pedy nicht ganz so gelohnt wie erhofft, aber hey, immerhin haben wir jetzt mal in einer Höhle geschlafen! 😉

Weiter ging´s in Richtung Süden, wir wollten uns den Gawler Ranges Nationalpark angucken. Viel gehört und gelesen habe ich darüber nicht, also mal sehen was kommt. Wir fuhren über eine kleine Schotterpiste und kamen in Kingoonya raus, ein richtiges kleines Geisterdorf, mit ein paar verlassen aussehenden Häusern, einem Hotel mit Pub und einer „Tankstelle“ – eine Zapfsäule, an der man den Betrag den man tanken will eingibt und dann mit Karte zahlt… 😀 Danach fuhren wir auf einer verlassenen Schotterpiste weiter bis zu einem zum übernachten geeigneten Ort. Später kamen ein paar Jäger vorbei und boten uns ein Stück von ihrem Känguru an, welches tot auf der Ladefläche lag… Das war ein bisschen gruselig, aber sie meinten es ja nur nett… 😀 Sie fuhren weiter und den Rest des Abends / Nacht waren wir allein.

Am nächsten Tag fuhren wir am Lake Gairdner vorbei, einem großen Salzsee, den wir aber von der Straße aus nicht wirklich sehen konnten. Das war nicht so schlimm, denn wir hatten ja auf dem Oodnadatta Track schon den Lake Eyre gesehen. Angekommen im Nationalpark waren wir etwas enttäuscht, denn es gab gar nicht viele Wanderwege, nur ein paar Zeltplätze. Naja, das Wetter war eh nicht so gut und wir beschlossen, nur zu den Organ Pipes (Orgelpfeifen) zu wandern. Die Abzweigung dorthin ist etwas versteckt und der Weg ist nur mit einem hohen Auto zu schaffen, da es stellenweise ganz schön ausgewaschen ist. Diese kurze Wanderung führt zu einer Gesteinsformation, die ein bisschen an Orgelpfeifen erinnert. Besonders toll war das allerdings nicht, deswegen würden wir nicht sagen das es sich lohnt hierfür einen Umweg zu fahren.

Auf dem Weg in die nächste Ortschaft Minnipa haben wir noch einen Abstecher zum „Wave Rock“ gemacht, wo man auch campen kann. Auch das war jetzt nicht sooo spektakulär, als das es sich lohnen würde extra dahin zu fahren.

Südaustraliens schöne Strände

Die folgenden Tage haben wir sehr ruhig angehen lassen, wir sind auf die Eyre Halbinsel gefahren, wo wir uns immer Schlafplätze direkt am Strand gesucht haben. Zum baden war es zwar zu frisch, aber trotzdem war es total schön mit Blick aufs Meer zu kochen, essen und aufzuwachen. Das Wasser ist glasklar und geht von türkis nach hellblau bis ins dunkelblaue. Fast jeder Strand sieht aus wie aus einem Urlaubsprospekt – toll!

Wir haben die Tage viel gefaulenzt und uns die kleinen Küstenorte angeguckt, von denen aber eigentlich keiner so richtig was zu bieten hatte (für uns jedenfalls). Wer gerne Meeresfrüchte isst oder angeln geht, der wird sich hier wahrscheinlich wohl fühlen und auch in der Walsaison kann man mit etwas Glück Glattwale beobachten, diese Zeit war jedoch leider schon vorbei (Juni – Oktober). Der wohl bekannteste Ort der Halbinsel ist Port Lincoln, der einzige Ort in Australien, wo man Käfigtauchen mit weißen Haien kann. Das würden wir total gerne mal machen, ist uns aber gerade etwas zu teuer (über 300 $ pro Person) und zu kalt gewesen… Vielleicht holen wir das mal nach.

Der für uns interessanteste Ort war aber Whyalla, obwohl auch dort die Zeit für die besonderen Tiere schon vorbei war. Zwischen Mai und August kommen hier immer 1000ende Sepias (Tintenfische) um abzulaichen. Das muss ein Spektakel sein, schade das wir es verpasst haben… Dafür konnten wir aber den ansässigen Delfinen sehr Nahe kommen. Im Hafen von Whyalla nämlich, da wo die kleinen Boote liegen, wohnen ein paar Delfine, die man gut vom Ufer aus beobachten kann. Wir hatten sogar das Glück, dass gerade ein Boot zu Wasser gelassen wurde und die Delfine bis an den Steg heran kamen, wir hätten sie anfassen können! Das war so niedlich, sie hatten sogar ein Baby dabei! Dafür hat es sich auf jeden Fall gelohnt hier Halt zu machen.

Nun ist der Text ja schon wieder ganz schön lang geworden, deswegen machen wir jetzt mal kurz Pause, so lange kann sich ja kein Mensch konzentrieren! 😉 😛 Nächstes Mal berichten wir dann von der Alligator Schlucht, den letzten Tagen in Adelaide und unseren weiteren Plänen.

 

Denny und Sarah

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Über Denny und Sarah

Moin, moin! Wir berichten in unserem Blog regelmäßig über unser großes Abenteuer - Work and Holiday in Australien. Wir sind beide Mitte 20 und haben bzw. hatten alles was man so hat : Job, Wohnung, Auto, Hund... Das alles aufzugeben ist ein großer Schritt und wir behaupten mal, alleine die Entscheidung unseren Traum wirklich durchzuziehen ist viel schwerer, als wenn man frisch aus der Schule kommt und "noch nichts hat". Wir berichten über alles so aktuell wie möglich und versuchen nicht so langweilig zu schreiben, damit hier auch gerne mitgelesen/mitgefiebert wird. ;) Wir wünschen euch viel Spaß beim mitlesen und über Feedback freuen wir uns auch. Solltet ihr Fragen oder Anregungen haben, schreibt uns gerne eine Nachricht. Liebe Grüße aus Lübeck Denny & Sarah
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2 Antworten zu Uluru, Delfine, Strand und mehr

  1. Marion Dethloff schreibt:

    Wunderschön

    Gefällt 1 Person

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