Von der Insel auf die Insel: Phuket – Australien

Mit dem Bus sind wir vom Khao Sok Nationalpark zum Busterminal 2 in Phuket gefahren. Wir haben schon vorher gelesen, dass es auf Phuket eine Art Taximafia geben soll, die total überhöhte Preise für alle Fahrten nimmt und so gut wie gar nicht mit sich handeln lässt. Wir wussten nicht genau, wie viel ein angemessener Preis für den Weg bis zu unserer Unterkunft in Kamala war, aber die vom Taxifahrer genannten 600 Baht (ca. 15 €) kamen uns etwas zu viel vor. Wir stellten uns dann an die Straße und hofften, dass eines der Songthaews zufällt in die Richtung fährt, in die wir müssen, denn das wäre auf jeden Fall billiger gewesen. Leider hatten wir kein Glück und als wir schon kurz davor waren ein Taxi für 500 Baht zu nehmen, hielt eines an, das uns anbot mit Taximeter zu fahren. Perfekt, darauf hatten wir gehofft, aber gedacht, dass es sowas nicht geben wird!

Die Fahrt bis zu unserer Unterkunft stellte sich länger und weiter heraus als gedacht und am Ende bezahlten wir 450 Baht (11 €). Wir hatten uns das Papa Crab Gästehaus ausgesucht, das fast genau am Strand von Kamala liegt und von einem Deutschen geführt wird. Unser Zimmer war total schön, es gab Nachttischlampen (Juhuu) und noch wichtiger: eine Klimaanlage. Wir empfehlen dieses Gästehaus auf alle Fälle weiter, auch weil der Inhaber so nett ist und wir ihn immer mit Fragen löchern konnten.

Am ersten Nachmittag wollten wir eigentlich direkt einen Roller mieten um die Umgebung zu erkunden, aber bis wir soweit waren und uns für einen Rollerverleih entschieden hatten war es schon etwas später und es lohnte nicht mehr so richtig noch extra loszufahren. Also gingen wir kurz zum Strand, der ganz hübsch ist, mit ein paar Palmen und vor allem sauber, das Wasser war wieder mal ziemlich warm, aber es war trotzdem eine kleine Abkühlung. Die Wellen waren ganz schön hoch, hier hätte man sogar surfen können und falls es mit Australien nicht klappt, kommen wir wieder und eröffnen einen Surfboardverleih… 😀 Hier in Kamala hat der Tsunami 2004 viel verwüstet, davon ist jetzt aber nichts mehr zu sehen. Danach gab es dann ein Abendessen mit Blick auf den Strand und den Sonnenuntergang, welcher leider nicht so hübsch war wegen den aufziehenden Wolken.

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Auf der Suche nach Tättowierern und Buchten

Tags darauf liehen wir uns dann einen Roller um erstens zu einem Tättowierer nach Patong zu fahren und danach zu einer kleinen Bucht, die auf Fotos echt hübsch war und die uns von dem Hotelbesitzer empfohlen wurde. Die Suche nach dem Tättowierer nahm an sich schon viel Zeit in Anspruch und auch als wir ihn gefunden hatten, dauerte es ewig, bis wir endlich zu dem Schluss kamen, dass er für unser Wunschmotiv und auch für alle Alternativen zu viel Geld wollte. Also verließen wir unverrichteter Dinge den Laden und ich habe die Hoffnung aufgegeben, ein Bamboo Tattoo als Souvenier mitnehmen zu können. Danach ging´s dann zum Yanui Beach, der sich als nicht so schön wie auf den Bildern herausstellte. Der Strand besteht quasi aus 2 kleinen Buchten, es gibt keinen Schatten, nur Strandschirme die für 200 Baht (ca. 5 €) vermietet werden. Das Wasser hatte nicht so eine schöne türkise Farbe, eher normal, wie man Meerwasser halt kennt und die hohen Wellen und starke Strömung machten es fast unmöglich zu schwimmen. Man wurde total ins Wasser gezogen und es war ganz schön schwer wieder raus zu kommen. Außerdem war der Untergrund im Wasser teilweise steinig, Denny schnitt sich sogar den Fuß auf. Alles in allem also nicht wirklich schön, vielleicht ist es anders wenn die Wellen nicht sind… Wir waren nur kurz an dem Strand und sind danach noch ein bisschen durch die Gegend gerollert, bevor es dunkel wurde waren wir wieder in Kamala. Dort war gerade ein kleiner Markt auf dem wir noch was gefuttert haben.

Ausflug in die tolle Phang Nga Bay

Am nächsten Tag konnten wir richtig ausschlafen und wurden ungefähr halb 12 abgeholt, wir hatten nämlich eine Tour zur Phang Nga Bay gebucht. Auf der Fahrt dorthin ging es mir nicht so gut (ich bin schon gefühlte 3 Wochen krank) und ich habe kurz überlegt mich vielleicht wieder nach Hause bringen zu lassen. Später ging es aber wieder und wir gingen auf das Boot, dass uns in die Bucht bringen soll, in der lauter hoher Kalksteinfelsen aus dem Meer ragen. Während der Fahrt gab es gutes Mittag und der Tagesablauf wurde erklärt. Da es sich um eine Sea Kayak Tour handelte, wussten wir ja, dass wir irgendwann in unsere Kayaks steigen und lospaddeln würden. Aber dem war nicht so: Jeder Gast (bzw. Gruppe bis 3 Leuten) bekam ein Kayak und einen Guide, welcher das Kayak paddelt. Wir ließen uns also im Kayak herumfahren, ist auch mal was anderes. Als wir das erste mal in unser Kayak stiegen wurden auch klar, warum wir nicht selbst fuhren: Es ging in Höhlen, die durch diese großen Kalksteine hindurchführen, es ist stockdunkel darin und man muss aufpassen, dass man sich den Kopf nicht stößt und manchmal auch hinlegen. Am anderen Ende der Höhle kommt man in einer Art Schlucht raus, zu allen Seiten war der Felsen, wir in der Mitte und konnten hoch zum Himmel gucken. Es wachsen Bäume dort und im Schlamm leben diese komischen Tiere, Schlammspringer, sogar Affen klettern umher, einer davon war so zutraulich dass er auf das Kayak geklettert ist. 3 solcher Höhlen haben wir durchpaddelt, jede war aber ein bisschen anders.

Zwischendurch durften wir kurz selbst paddeln, in eine Art Bucht aus Felsen und auch zum schwimmen in dem grünen Wasser war Zeit.

Die letzte Höhle, die wir durchpaddelt haben war besonders. Vor dem Abendessen haben wir Krathongs gebastelt, das sind eine Art Opfergaben aus dem Stamm und den Blättern einer Bananenpflanze und bunten Blumen als Schmuck, ausgestattet mit Räucherstäbchen und Kerzen. Die Thais lassen jedes Jahr im November an Vollmond solche Krathongs auf das Wasser hinaus treiben, um den Göttern zu danken oder um Entschuldigung zu bitten, dass sie soviel Wasser verbraucht haben. Jede Gruppe in unserer Tour hat einen anders aussehenden Krathong gebastelt.

Kurz bevor es dunkel wurde paddelten wir in die letzte Höhle und als wir am anderen Ende herauskamen war es schon dunkel genug, um unsere Krathongs anzuzünden und sie auf dem Wasser treiben zu lassen (bevor wir ihn ins Wasser gesetzt haben sollten wir uns was wünschen, mal sehen ob es in Erfüllung geht). Das sah echt schön aus, jede Gruppe ließ ihren Krathong schwimmen. Als die Kerzen ausgebrannt waren haben wir sie wieder eingesammelt, denn wir haben auch kleine Nägel verwendet, die natürlich nicht im Meer landen sollten.

Auf dem Weg zurück hielten wir in der Höhle an und die Kopflampe wurde ausgeschaltet. Wir sollten mit unseren Händen im Wasser umherplanschen und sahen dabei, dass es zu leuchten anfing! Dieses Naturschauspiel gibt es nicht so oft zu sehen und wir hatten wirklich Glück das wir zur richtigen Zeit hier waren! Das war wirklich was besonderes, leider gibt es keine Fotos davon. Produziert wird das Leuchten wohl durch winzige Elektrostöße von Plankton, dass sich so zu schützen versucht. Auf dem Rückweg zum Festland wurden wir von Blitzen, die zum Glück weit weg waren, begleitet.

Als wir abends wieder am Hotel abgesetzt wurden, fiel uns ein Tattooladen auf, in dem gerade ein Bamboo Tattoo gestochen wurde. Aus Neugierde gingen wir hin und ließen uns das Tattoo eines Mädels zeigen, die gerade raus kam. Es sah gut aus und wir gingen in das Studio um nach den Preisen zu fragen. Auch hier wollten sie erst zu viel für unseren Geschmack, aber wie wir feststellten, kann man in Thailand um alles handeln und so gingen wir mit einem Termin für den nächsten Tag und einem Preis, der zwar etwas höher als geplant ausfiel, zum Hotel.

Selfies mit den Affen auf Rang Hill

Den letzten Tag verbrachten wir wieder auf dem Roller, erst ging es zu dem großen Buddha, von dem aus man gut über die Insel gucken kann. Der Eintritt ist frei und man bekommt sogar einen gratis Rock ausgeliehen, wenn die Hose zu kurz ist…

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Danach fuhren wir auf einen Hügel in der Nähe von Phuket Stadt, Rang Hill, wo es Affen geben sollte. Erst fanden wir keine, also gingen wir erstmal was essen. Wir stellten fest, das wir nicht auf dem „Monkey Hill“ waren, so wie gedacht. Auf dem Weg zurück zum Roller fanden wir aber doch Affen, und zwar eine ganze Bande, sogar mit Babys. Wir wollten sie nicht füttern, da wir schon gelesen hatten dass die Tierchen ganz schön aggressiv werden können, dass musste ja nun wirklich nicht sein. Also machten wir nur ein paar Fotos und merkten dabei schon, wie sie nach der Kameratasche griffen. Als nur noch eine übersichtliche Zahl Affen in der Nähe war, wollte ich noch schnell ein Selfie machen. Hinter mir saß also das Äffchen und ich hatte gerade die Kamera eingestellt, als er mir plötzlich auf die Schulter hüpfte! Damit hatte ich nicht gerechnet und ganz geheuer war mir das auch nicht, dann fing er auch noch an, in meinen Haaren zu wühlen, als ob er mich entlausen will… 😀 Nun hatte ich aber genug und auch ein bisschen Angst, er ließ sich aber zum Glück leicht verscheuchen. Das war witzig, aber auch irgendwie erschreckend.

Denny wollte auch noch ein Affenfoto und setzte sich mit etwas Abstand in die Nähe der Affen. Einer lief dann hinter ihm lang und biss ihm ohne Vorwarnung in die Schulter! Zum Glück hat er Denny anscheinend nur angetestet, ob er etwas essbares ist und nicht tief gebissen, es hat nicht geblutet oder so. Da hat es uns dann wirklich gereicht und wir haben den Rückzug angetreten.

Wir sind noch kurz durch Phuket Stadt gerollert und dann zurück nach Kamala, um den Sonnenuntergang am Strand zu sehen und danach zum Tättowierer zu gehen.

Ein Bamboo Tattoo als Souvenier

Um 8 war unser Termin und Denny hat den Anfang gemacht. Ungefähr 45 min. später war er schon fertig und nun war ich dran. Mit einer Nadel, die an einem langen (Bambus)Stab befestigt ist, wird die Farbe per Hand in die Haut gebracht. Der Tättowierer piekt also die Farbe in die Haut. Wir finden beide, dass der Schmerz nicht so doll ist wie bei einem Tattoo mit Maschine, auch wenn es ab und zu doch ganz schön piekt. Mein Tattoo ist etwas wackelig geworden, aber ist bestimmt auch schwierig gerade Linien zu machen, wenn der Untergrund sich bewegt (durch atmen z.B.). Im großen und ganzen sind aber beide gut geworden und es war eine Erfahrung wert. Wir haben für beide zusammen 13000 Baht bezahlt ( 325 €), ist also nicht geschenkt, aber trotzdem günstiger als in Deutschland. Die Größe ist bei uns beiden gleich.

Kurzes Fazit zu Thailand

Insgesamt hat uns Thailand nach anfänglichen Schwierigkeiten doch gut gefallen und wir kommen bestimmt noch 1 oder 2 mal wieder, um den Rest zu entdecken. Das Land ist einfach total anders als Europa oder Australien und wir sind echte Rollerfans geworden und haben es genossen, das vieles total unkompliziert ist. Es gibt viele schöne Dinge, wie die Natur und die Tierwelt, das Essen, gute Infrastruktur, die vielen verschiedenen, interessanten Übernachtungsmöglichkeiten und natürlich sind auch die niedrigen Preise positiv für uns als Touristen. Es gibt aber auch einige negative Sachen, wie zum Beispiel die ständigen Versuche einem etwas anzudrehen und das daraus resultierende Misstrauen, die Umweltverschmutzung und die Korruption. Hoffentlich bekommt das Land diese Probleme bald in den Griff…

Hier könnt ihr nochmal unsere Reiseroute von Thailand sehen: https://www.google.com.au/maps/@23.9678699,68.3212249,3z/data=!4m2!6m1!1s1nlKAyjbPRwL0WFtQ3cezNRwuHS8?hl=de

Auf gehts zurück nach Australien

Am nächsten Tag wurden wir pünktlich abgeholt und zum Flughafen gebracht. Dort muss man, bevor man überhaupt in die Halle mit den Check – In Schaltern kommt, schon durch eine Sicherheitskontrolle… Dann ließen wir unseren Rucksack in Frischhaltefolie einwickeln und warteten auf unseren Flieger , es ging von Phuket nach Kuala Lumpur, von da nach Melbourne. In Kuala Lumpur mussten wir erst unser Gepäck wieder abholen und es dann erneut aufgeben, etwas umständlich, aber das ist wohl bei Billigfliegern so. Wir sind übrigens von KL nach Melbourne mit Air Asia X geflogen. Hatten wir uns über Eurowings beschwert? Air Asia X war von der Breite und den Abständen der Sitze ungefähr ähnlich, aber es gab weder gratis Getränke, noch Bildschirme auf denen man Filme hätte gucken können und auch USB Anschlüsse gab es nicht. Man könnte also sagen, dass man einfach nur seinen Sitz hatte und das war´s. Zum Glück ging unser Flug über Nacht, so konnten wir ganz gut schlafen, wenn man aber tagsüber fliegt oder einfach nicht im Flieger schlafen kann, dann könnte der Flug seeeeehr lang werden, so völlig ohne Entertainment.

Die berühmten Strandhäuschen am Brighton Beach

Angekommen in Melbourne haben wir unseren liebsten Rusty abgeholt, der auch gleich angesprungen ist. Wir haben ein Zimmer über Airbnb gebucht, in Brighton East, das ist in der Nähe vom Brighton Beach. Wir sind mittags in der Unterkunft angekommen und da wir nicht so kaputt waren, beschlossen wir zum Strand zu laufen. Ca. 4 km war eine Strecke, das haben wir aber erst rausgefunden als wir losgegangen sind… Egal, haben ja die letzten Stunden genug gesessen. Hier an diesem Strand gibt es die berühmten Strandhäuschen, die ein beliebtes Fotomotiv sind. Das Wetter spielte auch mit und so hat sich der Ausflug gelohnt.

Heute haben wir den ganzen Tag nur rumgegammelt (es ist relativ kalt draußen UND drinnen) und morgen geht es los, wir fahren Richtung Adelaide und suchen nebenbei Arbeit. Mal sehen wo es uns morgen hinverschlägt.

Bis denn dann,

Denny und Sarah

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Über Denny und Sarah

Moin, moin! Wir berichten in unserem Blog regelmäßig über unser großes Abenteuer - Work and Holiday in Australien. Wir sind beide Mitte 20 und haben bzw. hatten alles was man so hat : Job, Wohnung, Auto, Hund... Das alles aufzugeben ist ein großer Schritt und wir behaupten mal, alleine die Entscheidung unseren Traum wirklich durchzuziehen ist viel schwerer, als wenn man frisch aus der Schule kommt und "noch nichts hat". Wir berichten über alles so aktuell wie möglich und versuchen nicht so langweilig zu schreiben, damit hier auch gerne mitgelesen/mitgefiebert wird. ;) Wir wünschen euch viel Spaß beim mitlesen und über Feedback freuen wir uns auch. Solltet ihr Fragen oder Anregungen haben, schreibt uns gerne eine Nachricht. Liebe Grüße aus Lübeck Denny & Sarah
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2 Antworten zu Von der Insel auf die Insel: Phuket – Australien

  1. Pingback: Unsere Lieblingsfotos aus der ersten Jahreshälfte 2016 | Denny und Sarah – Mit dem Rucksack unterwegs

  2. Gertitschke Carmen schreibt:

    Habt ganz schön was erlebt. Weiterhin viel Spaß und Glück😋 wünschen Mario, Carmen, Cynthia und Lycienne.

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