Zum Markt auf Schienen und dann ab in den Dschungel – Khao Sok Nationalpark

Nachdem wir Bobby´s Camp morgens verlassen haben und mit dem Zug wieder mal zurück nach Bangkok gefahren sind, hieß es erst mal unseren weiteren Transport irgendwie zu finden. Wir wollten zu dem berühmten Railway Market, wo auch schon Galileo (die Sendung auf Pro 7) war. Um dahin zu kommen gibt es verschiedene Möglichkeiten und wir hatten im Internet gelesen, dass es Minibusse gibt, die dort für 70 Baht (fast 2 Euro) hinfahren – aber diese zu finden erwies sich als nicht ganz einfach, denn am Victory Monument fahren ungefähr 100 verschiedene Busse und Minibusse ab. Haben wir eigentlich schon erwähnt wie schwierig die Kommunikation hier sein kann? Nein? Also viele Leute sprechen so gut wie kein Englisch und manchmal reicht es nicht mal für Wegbeschreibungen, auch in den Touristengebieten – daher ist es schwierig gewesen den Weg zu finden. (Eine kleine Geschichte nebenbei: Wir waren, als wir in Bobby´s Camp waren, in einem Restaurant in einem großen Einkaufscenter essen, die Speisekarte war auf Thai und auf Englisch. Wir haben schnell gemerkt dass die Kellnerinnen kein Wort Englisch können und deshalb anhand draufzeigen versucht zu bestellen. Wir wollen außerdem noch etwas zu trinken bestellen, nachdem sie sich anscheinend aufgeschrieben hatten, was wir essen wollten. Das haben sie aber überhaupt nicht kapiert und sind dann einfach lächelnd abgezogen – das machen Thais so, wenn es ihnen zu unangenehm wird. Am Ende haben wir dann beide das gleiche Essen bekommen und nichts zu trinken… So kanns gehen… 😀 )

Die Suche nach der richtigen Haltestelle

Aber zurück zum Thema: Nachdem Denny sich von einem Anhaltspunkt zum nächsten gefragt hat (ich hab in der Zeit auf unsere Sachen aufgepasst), fand er endlich die richtige Haltestelle. Total versteckt, da würde man gar nicht alleine hinfinden. (Für alle die die Haltestelle suchen: Wenn man von der BTS Station „Victory Monument“ kommt und dann vor dem Denkmal steht, muss man links runter gehen und der großen Straße ein Stück folgen. Irgendwann nach ein paar hundert Metern kommt ein 7/11 Laden und dahinter ist er, der kleine Busbahnhof voller Minivans, in einer Art Parkhaus. Wir hatten Glück, denn wir haben den letzten Bus des Tages erwischt (16 Uhr). Ungefähr 1,5 Stunden später kamen wir in Samut Songkhram an und liefen zu unserem Hotel. Die Leute haben uns alle irgendwie merkwürdig angeguckt, als hätten sie noch nie Touristen gesehen, obwohl der Schienenmarkt ja mittlerweile schon ein beliebter Tagesausflug von Bangkok aus ist. Nicht mal die Tuktuk-Fahrer haben uns angesprochen. Das war komisch.

20 Laufminuten später kamen wir zu unserem Hotel, das war echt Top und anscheinend noch Nigel-Nagel-Neu (Baan Siriporn Resort). Wir hatten unseren eigenen Bungalow, das ist ja eh immer das beste. Nach dem einchecken hat uns die nette Besitzerin (?) mit ihrem Vater für umsonst zum Markt auf den Schienen gefahren und uns gleich gezeigt, wo morgen früh der Schienenmarkt ist. Nachdem wir etwas gefuttert hatten, liefen wir wieder zurück zum Hotel, der Weg war der gleiche den wir vorher auch schon gelaufen sind.

Der Markt auf den Schienen

Am nächsten Morgen wurden wir wieder für umsonst zum Markt gebracht und wir positionierten uns auch gleich an den Schienen, denn um 8.30 Uhr sollte der Zug kommen. Die ganzen Waren und Stände waren wirklich dicht an die Schienen gebaut und auch so war nicht viel Platz links und rechts zum stehen. Als die Durchsage kam, dass der Zug gleich einrollt, wurden schnell alle Tische und Schirme weiter nach innen gezogen, alles was niedrig genug war, wurde an den Schienen liegen gelassen (z.B. irgendwelches Gemüse). Dann kam der Zug, der fuhr zwar langsam, aber nur wenige Zentimeter weit weg an uns vorbei. Kaum war der Zug vorbei, wurde alles wieder vorgeschoben und das Treiben ging munter weiter. Das war echt mal witzig mit anzusehen, wenn man in Bangkok ist oder in der Umgebung vom Schienenmarkt, dann kann man sich das wirklich mal geben. 😉 Den Markt selbst haben wir uns leider nicht weiter angeguckt, weil wir um 9 schon den Bus nach Ratchathani kriegen wollten und unser komplettes Gepäck mit uns rumschleppten, das macht dann auch nicht wirklich Spaß. Außerdem gibt es auf dem Markt sowieso hauptsächlich nur Lebensmittel. Eine gegrillte Banane haben wir uns noch gegönnt, dann ging es zum Bus.

Das Timing war gut, wir kamen wenige Minuten bevor der Bus abfahren wollte. Der Busfahrer verstand zwar wieder nur Bahnhof, aber zum Glück waren 2 Thais anwesend, die Englisch konnten. So übersetzten sie uns, dass die Fahrt nach Ratchatani 35 Baht pro Person kostet. Wir fragten, ob der Bus am Bahnhof hält und der Busfahrer bejahte. Als es ans abkassieren ging, gaben wir 100 Baht, die er dann gleich mal komplett behielt und übersetzen ließ, dass er von uns pro Person 15 Baht mehr nimmt, weil er uns direkt am Bahnhof raus lässt. Na gut, ist jetzt nicht wirklich viel Geld und am Ende hat die ganze Fahrt ungefähr eine Stunde gedauert. Da wir uns schon am Tag vorher gedacht haben, dass wir den Zug, der um 10 Uhr fährt, nicht kriegen werden, haben wir uns eine Absteige gebucht, die direkt am Zielbahnhof lag, wo wir erst nachts halb 1 angekommen wären. Glücklicherweise kamen wir kurz nach 10 am Bahnhof an und der Zug hatte tatsächlich 40 Minuten Verspätung und wir konnten nach ein paar Minuten Wartezeit einsteigen. Das war ja ein Zufall! Wir mussten jetzt zwar mehr bezahlen, da es ein teurer Zug mit Klimaanlage, bequemen Sitzen und es gab sogar etwas zu Essen und zu Trinken am Anfang, war, aber das machte nichts, es war ja dafür umso komfortabler.

Tipp für eine billige Absteige in Surat Thani 😉

Angekommen in Surat Thani gingen wir zu unserem Hotel (Queen Hotel) um einzuchecken. Wir kannten ja die Bewertungen von Tripadvisor und wussten, dass es richtig schlecht ist, aber für umgerechnet 7 Euro die Nacht war ja auch nicht viel zu erwarten. Auf den ersten Blick war es eigentlich ok, aber auf den 2. Blick: Uralte, fette Spinnenweben hingen im Zimmer rum, das Bad war ein abgeteilter Raum der oben offen war – man konnte also, wenn man sich aufs Bett stellt, dem anderen beim Duschen zugucken -, die Klobrille war total versifft und es gab nicht mal eine Toilettenspülung, nur einen großen Eimer, den man mit Wasser voll laufen lässt und eine kleine Schüssel, mit der man dann das Wasser ins Klo schüttet zum spülen. Das es sowas in Hotels noch gibt hätten wir nicht gedacht. Das W-Lan funktionierte natürlich auch kaum und da wir keine Klimaanlage, sondern nur einen Ventilator hatten – bei dem man Angst haben musste, dass er einem Nachts aufs Gesicht fällt – war es ganz schön heiß im Zimmer und wir haben dementsprechend schlecht geschlafen.

Übernachten im Baumhaus im Khao Sok Nationalpark

Zum Glück waren wir ja nur eine Nacht zum schlafen hier, am nächsten Morgen ging es schon früh mit dem Bus weiter, in den Khao Sok Nationalpark. Je dichter wir kamen, desto tropischer wurde die Vegetation. Auf einmal waren wir mitten im Regenwald und umgeben von riesigen Kalksteinfelsen. Hier sah es so aus wie in vielen Magazinen und Prospekten, die man manchmal so in Reisebüros sieht. Hier wollten wir 2 Nächte bleiben, in einem richtigen Baumhaus! Das war total cool, sowas wollte ich schon immer mal machen. Es wuchsen sogar 2 echte Bäume durch unser Bad und der Duschkopf war an einem von ihnen festgemacht. Das war toll gemacht, die Wand im Bad schloss aber nicht mit dem Dach ab und da wo die Baumstämme waren, war auch ein Loch im Boden, wo dann alle Möglichen Viecher reinkamen, z.B. hatten wir eine Kröte beim Duschen dabei und wurden von Mücken zerstochen. Aber das gehört ja alles irgendwie auch dazu. Klimaanlage gab es nicht, nur einen Ventilator, der einen ganz guten Dienst erwiesen hat. Die Anlage heißt Baan Khao Sok Resort.

Wir kamen schon früh an und hatten den ganzen Tag Zeit die Gegend zu erkunden. Wir haben auch angefangen uns den kleinen Ort anzusehen, aber es war echt heiß und so zogen wir uns zurück in unser Baumhaus und warteten auf den Abend – auf unserer Minitour haben wir irgendwie einen Hundebegleiter gehabt, der ist uns sogar bis auf die Terasse nach oben gefolgt.

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Abends um halb 8 haben wir eine Nachtsafari gebucht. Wir wurden pünktlich abgeholt und los gings, hinten auf der Ladefläche des Autos sitzend, in den Wald. Kurz bevor wir ankamen, begann es plötzlich wie aus Eimern zu schütten. Innerhalb ein paar Minuten waren wir total durchnässt und als wir an einem kleinen Häuschen ankamen, an dem die Tour starten sollte, mussten wir warten bis es aufhörte zu regnen. Irgendwann tat es das auch und es konnte losgehen, nur wir waren da und der Führer, bewaffnet mit Taschenlampen. Leider sahen wir nicht viele Tiere wie erhofft, nur eine kleine Eule, ein paar winzige Skorpione, Glühwürmchen und einen Lori (der mit den großen Augen), der aber zu weit oben saß um etwas erkennen zu können. Naja, so ist das halt mit der Natur…

Ausflug zum Cheow Lan Stausee

Am nächsten Morgen wurden wir abgeholt und es ging zu dem großen Stausee im Khao Sok Nationalpark. Das war eine richtig tolle Tour, es aus wie im Paradies mit den großen, bewachsenen Kalksteinfelsen und dem türkis-grünen Wasser und wir fuhren mit einem Langschwanz-Boot über den See, damit wollte ich auch immer schonmal fahren. 1 Stunde fuhren wir durch die Felsinseln und man hätte gar nicht genug Fotos machen können. Dann kamen wir an ein paar Hütten, die auf dem Wasser schwimmen und wo man auch übernachten kann, an und konnten im Wasser schwimmen gehen. Es war keine Erfrischung, da es mindestens genauso warm war wie die Außentemperaturen (haben wir eigentlich schon irgendwann erwähnt, dass es hier JEDEN Tag total heiß ist – mindestens 38 Grad, meistens heißer und hohe Luftfeuchtigkeit, sodass die gefühlten Temperaturen nochmal 5 Grad mehr sind), aber es hat trotzdem Spaß gemacht. Nachdem es Essen gab, ging es zum Highlight der Tour: Eine Höhle.

Zu dieser Höhle kommt man nur mit dem Boot und nach einer kleinen, abenteuerlichen Wanderung durch den Dschungel. Man muss schon auf dem Hinweg ein paar kleinere Flüsse durchqueren – schön mit Turnschuhen… 😀 An der Nam Talu Höhle angekommen, wurden alle Wertsachen in wasserdichten Taschen verpackt und ab gings. Durch ein kleines Loch kletterten wir in die Höhle hinein (nicht hinunter, sondern durch den Felsen ins innere) und standen auch gleich schon fast bis zu den Knien im Wasser – spätestens jetzt waren unsere Schuhe nass, aber immerhin wurden sie dadurch wieder schön sauber…. 😀 Wir folgten dem Fluss und das Wasser stieg immer Höher, stellenweise mussten wir sogar schwimmen, manchmal auch etwas klettern und ohne Taschenlampen wären wir ganz schön aufgeschmissen gewesen. Das Wasser war schön kalt, eine willkommene Abkühlung. Nebenbei erwähnt: In dieser Höhle sind schon ein paar Menschen ertrunken, weil das Wasser sehr schnell sehr stark ansteigen kann wenn es regnet, daher sollte man – falls das überhaupt möglich ist – nie ohne Guide diese Höhle besuchen. Ca. 1 Stunde ging es durch die Höhle, dann kamen wir wieder im Dschungel raus. Das hat echt Spaß gemacht und am liebsten hätten wir das gleich nochmal in die andere Richtung gemacht (die anderen Gruppen starteten alle aus der anderen Richtung als wir). Durch den Dschungel ging es wieder zurück zum Boot. Etwas schade war, dass der Führer nicht mal angehalten und etwas erklärt hat und wir haben auch in der Höhle, sowie auf den Wanderwegen keine Möglichkeit gehabt etwas zu fotografieren ohne den Anschluss an die Gruppe zu verlieren. Ist halt anscheinend immer alles etwas gehetzt in Thailand. Abends kamen wir dann wieder erschöpft in unserem Baumhaus an und konnten richtig gut schlafen.

Am nächsten Tag war dann schon Abreise, es ging nach Phuket, wo wir unsere letzten Tage verbringen. Darüber berichten wir aber im nächsten und wahrscheinlich letzten Thailand Beitrag. 😉

Bis denn dann,

Denny und Sarah

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Über Denny und Sarah

Moin, moin! Wir berichten in unserem Blog regelmäßig über unser großes Abenteuer - Work and Holiday in Australien. Wir sind beide Mitte 20 und haben bzw. hatten alles was man so hat : Job, Wohnung, Auto, Hund... Das alles aufzugeben ist ein großer Schritt und wir behaupten mal, alleine die Entscheidung unseren Traum wirklich durchzuziehen ist viel schwerer, als wenn man frisch aus der Schule kommt und "noch nichts hat". Wir berichten über alles so aktuell wie möglich und versuchen nicht so langweilig zu schreiben, damit hier auch gerne mitgelesen/mitgefiebert wird. ;) Wir wünschen euch viel Spaß beim mitlesen und über Feedback freuen wir uns auch. Solltet ihr Fragen oder Anregungen haben, schreibt uns gerne eine Nachricht. Liebe Grüße aus Lübeck Denny & Sarah
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