Unser erstes Mal – Teil 3: Von Wallabies und Dennys Ausrutscher

Das nächste Ziel war eine Landschaft voller Granitfelsen. Die Granit Gorge liegt etwas westlich von Cairns. Die Gegend hier ist schon ziemlich trocken, obwohl man nicht so weit von der Küste entfernt ist. Teilweise war das Feld links der Straße verbrannt und öde und rechts der Straße grün und fruchtbar. Das war echt ein großer Unterschied. Zur Granit Gorge kommt man nur über eine Staub- und Schotterpiste. Mit den meisten Mietautos ist es nicht erlaubt solche Wege zu fahren, aber sooo schlecht war diese Strecke nicht und wir haben es trotzdem gemacht.

Auf dem Parkplatz angekommen stellten wir schnell fest, das wir hier anscheinend die einzigen sind. Gut so! Ein riesen Tank mit der Aufschrift Trinkwasser erinnerte uns daran, genug zu trinken mitzunehmen. In einer kleinen Hütte, die auch gleichzeitig der Eingang zu der Felsenlandschaft ist, muss man den Eintritt bezahlen (ich habe vergessen wie viel, ich glaube er lag bei 10 $ p.P.) und kann ein bisschen Futter für die Wallabies kaufen. Die Dame, die uns alles verkaufte, lag bei unserer Ankunft auf dem Boden hinter dem Tresen, wir haben sie wohl geweckt. Wenn halt nichts zu tun ist, kann man sich ja mal kurz hinlegen…

Schon einige Meter hinter dem Eingang saß dann schon eine große Gruppe winziger, niedlicher Wallabies, manche hatten sogar ein Baby im Beutel. Da sie ja Besucher gewohnt waren, haben sie uns auch gleich umzingelt und wir haben ihnen die Pellets gegeben. Ich hatte ja wieder mal etwas Schiss, die können nämlich auch ganz schön fauchen und kratzen, ein paar von denen waren ganz schön Futterneidisch. Danach ging es weiter, den „Wanderweg“ entlang, der über die großen Felsen führte und mit Schildern und aufgesprühten Pfeilen ausgeschildert war. Ganz am Anfang war „Danger“ an einen Felsen gesprüht… Na toll. 😀 Teilweise mussten wir ein bisschen klettern um weiter zu kommen und manchmal hatten wir Angst uns zu verlaufen, weil der Weg ja nun nicht wirklich gut ausgeschrieben war. Vorbei an angeblichen Dinosaurierspuren, kamen wir an einem kleinen See an. Hier lagen ein paar Klamotten über die Felsen verstreut, aber es war niemand zu sehen… Merkwürdig. Ich kühlte mich einmal kurz in diesem See ab und dann ging es weiter.

Ein paar Felsen später kamen wir an einen kleinen Fluss und einem größeren See, in dem Schildkröten leben. Auch hier war es erlaubt baden zu gehen, aber das Wasser sah nicht so einladend aus und die Felsen waren auch ganz schön glitschig. Wir wollten auf die andere Seite des Flusses. Man muss sich die Situation so vorstellen: Links und rechts große Felsen, in der Mitte ein Fluss. Bevor der Fluss in den See mündet, kommt noch eine kleine Mauer. Über diese Mauer wollten wir rüber. Ich wusste ja, das Denny nicht so der Held im Gleichgewicht halten ist, aber was dann passierte, war einfach zu lustig! Er durfte vor gehen, soweit so gut. Am anderen Ufer lief ein bisschen Wasser herunter in den Fluss. Man weiß ja, dass Wasser + Stein rutschig ist. Denny war also schon auf der Hälfte angekommen und muss dann irgendwie das Gleichgewicht verloren haben, jedenfalls sprang er plötzlich das letzte Stück ans andere Ufer und natürlich genau auf den kleinen Wasserlauf. Es kam wie es kommen musste: Denny rutschte aus, knallte wie eine Puppe vorne über und rutsche wie ein nasser Sack in den Fluss. Für mich sah es aus wie in Zeitlupe und ich wusste erst nicht, was passiert ist. Nach ein paar Sekunden tauchte er dann zum Glück unverletzt aus dem ca. Hüfthohen Wasser wieder auf und ich musste mich tot lachen. Das war soooo lustig, das werde ich nie vergessen. Wir sollten diese Szene nochmal nachstellen….

Das Blöde war, das sein Handy und die Kamera in der Bauchtasche waren. Der Kamera ist dank extra Schutzhülle nichts passiert, aber das angeblich Wasserdichte Handy hat es zerlegt.Und das nach so kurzer Zeit Wasserkontakt. (Wir haben es später einschicken lassen, natürlich hat die Handyfirma nichts erstattet sondern behauptet, es wäre eine Klappe auf gewesen oder es hätte sich um Wasser gehandelt, bei dem dieses Versprechen ungültig ist… z.B.Salzwasser)

Bis auf die Schuhe ist Denny aber schnell getrocknet, es war ja heiß 😉

Als die Sonne langsam unterging, haben wir den Weg zum Auto wieder gefunden, ich hätte gerne ein Wallaby mitgenommen, durfte aber natürlich nicht..

Der Tag endete an einer Raststätte, an der wir schön unser Abendbrot gegessen haben und als wir ins Bett gehen wollten, sah ich eine fette Spinne an einem Schild hängen. Die musste ich natürlich fotografieren. Als ich dann zum Auto gehen wollte, rannte ich in noch ein Spinnennetz. Zum Glück war gerade keiner zuhause. Es war mittlerweile dunkel und als wir mit der Taschenlampe leuchteten erkannten wir, dass die ganze Gegend voller Spinnennetze ist, die alle von dem großen Baum über uns kamen. Eins stand fest: Hier bleibe ich nicht über Nacht! So mussten wir also nochmal neu nach einem Schlafplatz suchen.

Am nächsten Tag fuhren wir zu dem Wasserfall Rundweg, der an 3 Wasserfällen vorbei führt: Milla Milla Falls, Zillie Falls und Ellinjaa Fall, wobei der schönste der Milla Milla Wasserfall war. Hier sind zwar manchmal auch einige Leute, aber es lohnt sich trotzdem. Man kann baden, es gibt Toiletten und Umkleideräume. In dem Becken des Wasserfalls leben auch Schildkröten, Fische und am Ufer sieht man Echsen. Wenn man picknickt und nicht aufpasst, klauen einem Buschtruthähne das Essen. Wenn man in Cairns ist, sollte man sich die Wasserfälle auf alle Fälle mal angucken.

Weiter gings nach Tully, wo man Wildwasserraftig machen kann. Vorbei an Zuckerrohr – und Banananenfeldern, kamen wir in dem kleinen Ort an und fragten im Touristenbüro nach. So eine Rafting Tour ist ganz schön teuer und so buchten wir nicht, wollten uns aber mal angucken, wo die Leute los fahren. So weit kann es ja nicht sein oder?

Unser Tank war noch halb voll und wir fragten jemanden, ob es denn weit wäre. Nö, ist nicht so weit. Ok, fahren wir also los. Es kommt kein Auto mehr entgegen, aber mitten drin ist eine Baustelle. Auch hier fragten wir nochmal, wie weit es noch wäre. Es müsste gleich um die Kurve irgendwo sein. Na gut, das schaffen wir noch. Viele Kilometer weiter wurde uns die Sache aber zu heiß und wir beschlossen, lieber wieder umzudrehen. Mittlerweile war unser Tank fast leer. Wir machten uns auf den langen Rückweg, es mussten wirklich viele Kilometer gewesen sein. Plötzlich ging ein paar Kilometer vor der Stadt das Auto aus. Oh nein! Der Tank war leer! Zum Glück sprang er wieder an und dann konnten wir die Tankstelle schon sehen, gleich hinter der Ampelkreuzung. Wieder ging es aus. So kurz vor dem Ziel. Aber auch diesmal sprang er wieder an und wir schafften es gerade so, an der Tanke anzukommen. Glück gehabt!

Jetzt habe ich schon wieder meine Maximallänge für diese Beitragsserie erreicht, also mache ich jetzt mal Schluss. Nächstes Mal geht’s nach Townsville, genauer nach Magnetic Island.

Bis denn dann… 🙂

Denny und Sarah

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Über Denny und Sarah

Moin, moin! Wir berichten in unserem Blog regelmäßig über unser großes Abenteuer - Work and Holiday in Australien. Wir sind beide Mitte 20 und haben bzw. hatten alles was man so hat : Job, Wohnung, Auto, Hund... Das alles aufzugeben ist ein großer Schritt und wir behaupten mal, alleine die Entscheidung unseren Traum wirklich durchzuziehen ist viel schwerer, als wenn man frisch aus der Schule kommt und "noch nichts hat". Wir berichten über alles so aktuell wie möglich und versuchen nicht so langweilig zu schreiben, damit hier auch gerne mitgelesen/mitgefiebert wird. ;) Wir wünschen euch viel Spaß beim mitlesen und über Feedback freuen wir uns auch. Solltet ihr Fragen oder Anregungen haben, schreibt uns gerne eine Nachricht. Liebe Grüße aus Lübeck Denny & Sarah
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