Great Ocean Road und Melbourne

Los geht’s mit dem Australia Day. Dieser war ein bisschen chaotisch, denn wir fuhren am Morgen des 26.1. von Phillip Island los und wollten kurz mal nach Melbourne rein um zu gucken, wie der Australia Day so gefeiert wird. An den Docklands sollte später eine große Party sein, die um 16 Uhr starten sollte. Wir kamen irgendwann um 13 Uhr dort an und stellten fest, dass soooo viel gar nicht los war. So guckten wir uns ein wenig um und schlenderten am Hafen entlang, wo ein paar Stände aufgebaut wurden. Ich hatte etwas von einem kostenlosen Gesichtsanmaler gelesen, der einem die Australienflagge aufmalt, den haben wir aber blöderweise nicht gefunden und es gab nicht mal Fahnen für umsonst…. Schade. Irgendwann war es halb 4 und eigentlich wären wir gerne geblieben, weil eine große Bühne aufgebaut war und Denny mit Nico gerne zum Fußball gefahren wäre (ja, in Australien wird komischerweise IMMER gespielt, egal ob Weihnachten, Neujahr oder Australia Day….). Aber wir hatten unser Auto auf einem Parkplatz stehen, der nur für 3 Stunden galt und wir mussten noch etwas fahren um zu unserem Schlafplatz zu kommen. So verließen wir Melbourne erst mal wieder.
An der Restarea in Little River angekommen stellten wir fest, dass diese ziemlich groß ist und genug Platz für viele Autos hat. Da es ja nun noch ziemlich früh war und wir alle nicht so sehr zufrieden jetzt schon am Schlafplatz zu sein, entschlossen wir wieder zurück zu fahren.

 

Teure Parkplätze in Melbourne und eine Fahrt mit dem „Melbourne Star“

Es kam aber wie es kommen musste und unser toller 3 Stunden Gratisparkplatz war total voll und es blieb nichts übrig als auf einen bewachten Parkplatz zu fahren – zu einem Spezialpreis von 20 $ pro Auto, man gönnt sich ja sonst nix…
Nun aber schnell zum Fußball, jedenfalls die Männer. Mum, Marion und ich blieben am Hafen und mussten erst mal was futtern. Gar nicht so einfach dort was zu finden, was wir alle mögen und nicht zu teuer war… 😀 Danach wollte Marion noch eine paffen, was für ein Glück, denn als wir da so in der Ecke saßen kam eine Promoterin auf uns zu und gab uns einen Gutschein, den wir in dem großen Riesenrad „Melbourne Star“ einlösen konnten, dieser galt nur für heute und man konnte für 20 statt 35 $ fahren. Da wir eh nichts zu tun hatten und der Gutschein wie gesagt nur an diesem Tag gültig war, haben wir uns diese Chance nicht entgehen lassen. Das Timing war perfekt, wir waren in einer Gondel mit nur 4 anderen (20 passen rein), was natürlich gut war, weil wir somit viel Bewegungsfreiheit hatten und alles sehen konnten – kurze Info zum Riesenrad: es ist 120 Meter hoch und hat Gondeln, die ringsherum aus Glas sind und so einen tollen Panoramablick ermöglichen. Als wir also fuhren hatten wir das Glück, dass gerade die Sonne unterging und wir die ganze Stadt schön erleuchtet sehen konnten. Das war echt toll.
Nachdem wir wieder unten angekommen sind mussten wir schnell zum Hafen, weil es hier jetzt ein Feuerwerk gab. Dafür hatten wir nicht den perfekten Platz, aber es war trotzdem toll, fast besser als in Sydney und nur wegen der musikalischen Untermalung.
Nach dem Feuerwerk ging es wieder zurück zur Restarea.

 


Was wir am nächsten Morgen erfahren mussten: In aller Hergottsfrühe fährt hier ein Zug lang, der Platz ist genau neben den Bahnschienen, welcher immer schön hupt wenn er durchfährt. Dazu kamen dann 100erte von Kakadus die in den Bäumen zu wohnen scheinen und sich die Kehle aus dem Hals schreien. Nervtötend und die Nacht ist um 6 vorbei….

 

Great Ocean Road

Naja, wir wollten ja eh nicht den ganzen Tag verpennen, da wir uns jetzt auf den Weg zur Great Ocean Road machten.
Das Wetter war mal wieder bescheiden (am Tag davor hatten wir übrigens zur Abwechslung herrlichsten Sonnenschein) – grauer Himmel, es war kalt und Niesel in Schauern. Aber egal, daran kann man eh nichts ändern.
Die Great Ocean Road ist eine der berühmtesten Straßen Australiens, sie führt von (quasi) Melbourne bis fast nach Warnambool und ist 243 km lang. Es gibt einige Nationalparks, schöne (Surf)strände, Sandsteinklippen wie z.B. London Arch und natürlich DIE Sehenswürdigkeiten Australiens: die 12 Apostel.
Am ersten Tag kamen wir bis nach Lorne, dort haben wir uns die Erksine Falls angeguckt. Die waren jetzt nicht sooo atemberaubend, aber trotzdem schön anzusehen. Die Nacht haben wir auf einer kostenlosen Restarea verbracht, die mitten im Wald ist und dort hing sogar ein Koala im Baum, fast über unserem Auto. Das einzige was gestört hat waren ein paar Leute, die meinten mal ein bisschen Party machen zu müssen. Leider hatte einer von ihnen sich nicht so unter Kontrolle und wollte in seinem betrunkenen Zustand noch mit dem Auto los – was zur Folge hatte, dass seine Kumpels ihn lautstark brüllend zum stoppen bewegten. Einige Zeit später, als sich alle wieder beruhigt hatten, schloss sich besagter Typ im Auto ein um zu pennen und ließ seinen Freund nicht rein, welcher eigentlich auch im Auto schlafen wollte – was wiederum zur Folge hat, dass Ewigkeiten ans Auto geklopft und gebettelt wurde. Irgendwann wurde es aber doch ruhig… Ja ja, so ist das mit dem Alkohol…
Am nächsten Tag gings weiter Richtung 12 Apostel gefahren, auf dem Weg dorthin haben wir an vielen Aussichtsplattformen angehalten und die tolle Landschaft bestaunt. An einem Strand war es besonders schön, dort waren unzählige Steintürme überall aufgebaut, natürlich habe ich meinen auch dazugesetzt 😉 Dann kamen wir an einem Stück vorbei, dass noch ganz verbrannt von einem Feuer war… Kilometerlang sah man nur verkohlte Bäume. Das war etwas traurig, aber so ist das hier halt…. Geschlafen haben wir in einem kleinen Kaff namens Princetown, welches dicht an den 12 Aposteln ist. Der Preis für den Campingplatz war erstaunlicherweise mit 25 $ (mit Strom) sehr erschwinglich, vor allem für diese Lage. Später besuchten uns noch Horden von Kängurus.
Nach einer ruhigen Nacht ging es dann endlich zu den 12 Aposteln. Hierbei handelt es sich um riesige Kalksteinfelsen, die alleine im Wasser stehen. Es waren früher mal 12, jetzt sind die meisten schon zusammen gebrochen. Aber trotzdem, wenn man da ist, dann sieht alles genauso aus wie auf den Bildern im Katalog. Das Wasser strahlt in den unterschiedlichsten Blautönen und die Felsen an sich sind imposant. Toll! Das Programm war etwas straff, wir mussten uns nun ein bisschen beeilen. Der nächste Punkt war eigentlich der London Arch, aber wir sind nur bis zu dem Nachbarsfelsen, The Arch gefahren. Im Nachhinein stellten wir fest, dass es nicht mehr weit gewesen wäre, aber naja. Wir wollten ja noch zu dem Baumwipfelpfad, deshalb mussten wir uns etwas beeilen.

 


Im Otway Nationalpark gibt es nämlich einen Baumwipfelpfad und man kann hier auch Zipp-Line-Touren machen, man klettert auf Plattformen und lässt sich dann an Seilen nach unten rutschen. Das macht bestimmt total Spaß, das müssen wir noch unbedingt machen 😀 Als wir dort waren beließen wir es beim Baumwipfelpfad. Man geht über eine immer höher führende Brücke und dann einen Turm hinauf, der echt extrem hoch ist (fast 50 Meter) und auf dem mir echt die Beine geschlottert haben, vor allem weil er ein bisschen im Wind gewackelt hat. Aber gut, kann man mal machen 😉

 


Nachdem das erledigt war und alle Hunger geäußert haben, hieß es erst mal fahren, fahren, fahren. Wir wollten wieder auf die Restarea mit den Kakadus und dem Zug, das war noch ein weiter Weg. Denny und ich haben heimlich ausgesucht wo wir essen gehen, leider war der Weg noch weit und wir hatten schon Angst das unsere Eltern einfach streiken würden. Aber sie haben es brav mitgemacht und am Ende wurden auch alle satt. 😉

 

Melbourne erkunden

Eine unruhige Nacht später ging es zurück nach Melbourne, heute mussten wir das gemietete Auto unserer Eltern abgeben.
Wir haben ein total schönes Appartment über Airbnb gemietet, die Lage war perfekt (Flemington), direkt an der Tram und hinter Coles. Besser geht nicht, am liebsten wären wir hier geblieben.
3 Tage hatten wir nun noch und wir haben sie gut genutzt um Melbourne zu erkunden. Die Stadt ist total schön und gefällt mir von allen Städten die wir bis jetzt gesehen haben am besten, nur das Klima ist nicht so perfekt, fast so wie Sommer in Deutschland. Aber trotzdem, Melbourne ist übersichtlich, es gibt gute Tram- und Zugverbindungen (bis auf wenn man zum Flughafen will) und die Straßen sind alle schachbrettmäßig angeordnet, schön strukturiert, außerdem gibt es in der Innenstadt eine gratis Tramzone und man kann eine Rundfahrt mit einer nostalgischen Tram machen, die sogar mit Kommentaren fährt und gratis ist. Sowas gibt’s auch nicht überall.
Eines Abends sind wir auf den Eureka Skytower gefahren, das ist die höchste Aussichtsplattform der südlichen Halbkugel. Wir hatten perfektes Timing und haben Melbourne von oben im hellen und im dunklen gesehen, inkl. schönem Sonnenuntergang. Ansonsten waren wir in der Stadt bummeln und am letzten Tag mussten wir unser Auto und unsere Sachen in eine andere Wohnung bringen, unsere Eltern haben sich also allein durchgeschlagen. Aber sie haben das gut gemeistert, ohne weitere Zwischenfälle 😀

 


Und dann war es so weit, der Abschied nahte. Wir haben uns mal was gegönnt und uns mit dem Taxi vom Appartement abholen lassen, weil der Flug erst halb 11 abends ging. Die Stimmung war zum Abend hin schon etwas gedrückt und am Schluss ist natürlich auch die ein- oder andere Träne geflossen, aber das gehört nun mal dazu, Abschied ist immer doof.
Wir hatten alle eine schöne Zeit, auch wenn wir uns etwas besseres Wetter gewünscht hätten – obwohl sie sich wahrscheinlich dann jeden Tag verbrannt hätten, für ihre eigene Sicherheit war die Wolkendecke wohl doch besser. 😛

 

Von einer dreckigen Absteige in ein Luxushaus

Für uns heißt es seitdem Jobs suchen… Bis jetzt sind wir nicht wirklich erfolgreich gewesen und die Wohnung in der wir die letzte Woche waren, war die letzte Absteige. Gefunden haben wir sie über Airbnb, die Anzeige war mit wenig Bildern und mit wenig Beschreibung, jetzt wissen wir auch warum. Das Haus war alt und sah von außen schon ziemlich oll aus. Innen war es sehr dunkel und muffig, in der Wohnstube roch es nach Katzenurin, die Küche war so vollgemöhlt, das man nichtmal Platz hatte sich ein Brot zu schmieren – Besteck finden alleine war schon eine Herausforderung. Die Katzen sprangen auf dem Tisch umher und hinterließen ihre Geschäfte in der Dusche… Der Typ, der dort wohnt war aber total nett. Ich geh jetzt nicht weiter ins Detail, aber sollte das hier jemand lesen, dann seid gewarnt: Wenn nur ein Bild vom Bett drin ist und sonst nur unrelevante Bilder von z.B. den Haustieren, dann könnte es passieren dass der Rest der Bude total vermüllt ist.
Heute sind wir umgezogen, in den äußersten Norden Melbournes, nach Craigieburn, hier bleiben wir erst mal 3 Wochen und hoffen mehr Glück mit Jobs zu haben. Die Wohnung hier ist nett, der Vermieter uns unsere Mitbewohner sind Inder. Die Hauptwohnung ist eine Luxusbude, in die wir aber wohl nicht dürfen, wir wohnen in einer Art Anbau, aber hier ist alles picobello sauber. Gefunden haben wir diese Wohnung über Flatmates.com.au . Bisschen blöd das wir soweit weg sind von der Stadt, aber naja, vielleicht ist es einfach Arbeit zu finden.

Bis denn dann… 🙂

Denny und Sarah

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Über Denny und Sarah

Moin, moin! Wir berichten in unserem Blog regelmäßig über unser großes Abenteuer - Work and Holiday in Australien. Wir sind beide Mitte 20 und haben bzw. hatten alles was man so hat : Job, Wohnung, Auto, Hund... Das alles aufzugeben ist ein großer Schritt und wir behaupten mal, alleine die Entscheidung unseren Traum wirklich durchzuziehen ist viel schwerer, als wenn man frisch aus der Schule kommt und "noch nichts hat". Wir berichten über alles so aktuell wie möglich und versuchen nicht so langweilig zu schreiben, damit hier auch gerne mitgelesen/mitgefiebert wird. ;) Wir wünschen euch viel Spaß beim mitlesen und über Feedback freuen wir uns auch. Solltet ihr Fragen oder Anregungen haben, schreibt uns gerne eine Nachricht. Liebe Grüße aus Lübeck Denny & Sarah
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