Faulenzen an der Gold Coast

Letztes Mal haben wir ja angekündigt, dass wir auf Edelsteinsuche gehen. Das haben wir auch gemacht und zwar in Saphire, das ist ein kleiner Ort mit wenigen Einwohnern, die meisten von denen sind selber Schatzsucher und haben teilweise sogar eigene Wasch – und Siebegeräte im Hof stehen. Es gibt verschiedene Orte und Anbieter bei denen man auf Schatzsuche gehen kann, man kann entweder mit seiner eigenen Ausrüstung in bestimmten Gebieten graben (dafür braucht man eine Lizenz) oder man geht in einen „Laden“, wo man dann für (in unserem Fall) 10 $ einen Eimer kriegt in den man Sand schaufeln kann. Wenn der Eimer voll ist geht’s los. Wir haben unseren Eimer zusammen befüllt, jeder eine Schaufel. Dann nimmt jeder ein Sieb und schüttet etwas Sand hinein, welcher dann in einem Wassertrog gewaschen wird. Man schüttelt den Sand solange im Wasser auf dem Sieb, bis man nur noch die Steine übrig hat, die in dem Sand sind. Mit diesen Steinchen geht man dann an einen Tisch, schüttet sie dort aus und guckt ganz genau ob irgendetwas Edelsteinmäßiges dabei ist. Natürlich wird einem vorher alles erklärt, wie es geht und was man sucht. Insgesamt ist man da mind.. 1 Stunde beschäftigt, wir haben die Arbeit aufgeteilt, Denny hat gesiebt und ich habe mit Adleraugen die Steine abgesucht um ja nichts zu verpassen. Manchmal ist es gar nicht so leicht zu erkennen ob es etwas wertvolles ist oder nur Quarz. Am Ende hatten wir sogar ein paar kleine Steine zusammen, Saphire und anderes. Leider waren unsere Stücke so klein dass man daraus wohl nichts machen kann, aber immerhin haben wir was gefunden. Vielleicht können wir die ja doch nochmal irgendwann irgendwo verscherbeln 😀


Nachdem wir unsere Beute im Auto verstaut hatten, machten wir uns auf den Weg Richtung Küste.
Wohin genau wir wollten wussten wir noch nicht, hauptsache erstmal weiter und mal sehen wie weit wir kommen. Eines war aber klar: Wir würden nicht hoch nach Cairns fahren, das Stück bis Townsville kennen wir ja schon vom Urlaub von vor 2 Jahren und es wäre einfach zu weit und irgendwie auch verschwendete Zeit und Benzin um alles nochmal abzufahren. Auch die Whitsundays Islands kennen wir schon, somit haben wir eigentlich nichts ausgelassen.
Wir sind am Ende des Tages dann in Bundaberg hängen geblieben, wir wollten dort eigentlich nur mal kurz vorbeischauen, haben dann aber im Visitor Center etwas interessantes gefunden, und zwar gibt es hier Schildkröten die am Strand nisten und je nach Saison kann man die Schildkröten entweder beim Eier legen sehen oder die kleinen beim Schlüpfen. Wir waren zur Zeit des Eierlegens da und da man das ja auch nicht überall sehen kann, haben wir das glatt mal mitgemacht. Kostenpunkt: 11,50 $ p.P. Ist also nicht übertrieben teuer. Das einzig blöde war, dass das immer erst Abends nach dem Dunkel werden los geht und wir noch einige Stunden Zeit bis dahin hatten. So haben wir etwas Zeit in der Bücherei verbracht und das kostenlose Internet ausgenutzt und uns die kleine Stadt etwas angeguckt. Den berühmten Bundaberg Rum haben wir nicht verkostet und auch die Brauerei haben wir ausgelassen, man kann ja nicht alles haben…. 😉
Als es dann endlich soweit war und wir an dem kleinen Häuschen angekommen sind, hieß es erst mal warten, denn die Schildkröten kommen natürlich nicht auf Knopfdruck, sondern wann es ihnen passt. Um 19 Uhr soll man an dem Standhaus ankommen und ab dann kann es bis nachts dauern bzw. manchmal kommt auch keine Schildkröte. Alle Besucher wurden in 2 Gruppen aufgeteilt, wir waren in der 2. Gruppe. Die erste Gruppe hatte Glück und konnte sofort runter zum Strand, während wir warten mussten. Das Häuschen ist mit vielen Informationstafeln dekoriert, da hat man erst mal bisschen was zu tun die alle zu lesen, außerdem haben die Mitarbeiter kleine Filmchen und Vorträge gezeigt, damit die Wartezeit nicht allzu langweilig wird. Als wir langsam müde wurden und die Hoffnung verloren noch an den Strand zu gehen, wurden wir endlich geholt. Es dürfte mittlerweile schon halb 10 gewesen sein. Da Schildkröten Lichtsensibel sind und nicht an den Strand kommen, wenn es hell beleuchtet ist, war es so gut wie dunkel. Nur ein paar kleine gedimmte Lichter, die alle paar Sekunden einmal Leuchten zeigten den Weg. Unser Guide hat uns erst am Ufer entlang geführt und dann den Strand hoch zu den Dünen. Und da lag sie: Eine riesige Schildkröte, die schon das Loch gebuddelt hatte und dabei war ihre Eier zu legen. Der Guide hat eine Taschenlampe hinter die Schildkröte gesteckt, sodass diese das Licht nicht bemerkt und wir sehen konnten. Das war schon faszinierend. Schildkröten können wohl nichts hören, deswegen mussten wir auch nicht leise sein. Außerdem ist sie während des Eierlegens in einer Art Trance – Zustand, weswegen sie wohl auch nicht gestört von uns Zuschauern ist. Später kam noch ein Forscher dazu, der der Schildkröte Blut abgenommen hat und sie markiert hat, damit man ihren Weg verfolgen kann. Das fand sie natürlich nicht so toll… Nachdem sie alle ihre Eier abgelegt hat durften wir auch ein paar Fotos machen. Es hat eine ziemlich lange Zeit gedauert, bis sie fertig mit dem Eierlegen und dem zubuddeln des Lochs war und es war total windig und kalt am Strand, aber sowas macht man ja auch nur einmal. Wir haben sie noch bis ans Wasser begleitet und dann ist sie im dunklen Meer verschwunden. Weil sie die Eier zu weit unten abgelegt hat und am nächsten Tag das Wasser das Nest kaputt gemacht hätte, mussten die Eier nun ausgebuddelt und weiter nach oben gebracht werden. Dabei durften wir helfen, jeder bekam 3 Eier (insgesamt hat sie 149 gelegt) und hat sie nach oben getragen, wo schon ein neues Nest ausgehoben war und wo das Wasser nicht hinkommt. Das war toll, wann kann man schonmal Schildkröteneier in die Hand nehmen?


Als das erledigt war, waren wir dann aber froh jetzt zu der 13 km entfernten Restarea zu fahren und unter die warme Decke zu kriechen.
Am nächsten Tag haben wir uns entschieden, Brisbane auszulassen, weil das ja nur eine Großstadt ist, in der man unnötig Geld ausgibt und außerdem haben wir gar keine Lust auf Stadt. Durchfahren mussten wir aber trotzdem, denn wenn man außen rum fahren will muss man Maut bezahlen. Das hat aber auch gereicht, so viele hohe Häuser und Verkehr, das sind wir nach so langer Zeit im Outback gar nicht mehr gewohnt 😀 Vielleicht kommen wir ja irgendwann nochmal zurück, aber erst mal ist die nächste Großstadt Sydney…
Für die nächsten Tage war das Ziel die Gold Coast, weil wir für die Freizeitparks die dort sind Gutscheine hatten die es galt einzulösen. Wir haben uns für ein paar Tage in dem nahegelegenen Caravanpark eingenistet und am Abend spaßenshalber nach Arbeit geguckt. Nachdem Denny einfach nur so auf einen Job eine Nachricht geschrieben hat und dann auch noch direkt am nächsten Morgen starten sollte, war die Überraschung groß. Das hätten wir ja nicht erwartet, eigentlich war das auch gar nicht ernst gemeint, aber gut. So mussten wir also beide um 6 aufstehen, weil Denny mit dem Auto zur Baustelle (es war ein Dachdeckerjob) fahren musste und somit das Zelt abgebaut werden musste. Nachdem Denny abgesetzt war, wollte ich eigentlich zum Büro einer Agentur für Krankenpflegeberufe fahren, aber anscheinend stimmt die Adresse nicht mehr und es war sowieso Samstag… So habe ich also den Vormittag auf Australiens größtem Markt verbracht, der echt riesig ist, voller Stände mit allem möglichem Krimskrams. Danach habe ich mich durch den Verkehr zurück auf den Campingplatz gekämpft, dank des Navis von Marian ging das ohne Probleme, ich kam nur etwas ins schwitzen weil unser Rusty echt groß ist und man überhaupt nicht sieht, was hinter einem los ist…. Ich bin froh Beifahrer zu sein und das Denny so gut mit Rusty umgehen kann 🙂 Einmal musste ich aber doch nochmal los und Denny abholen, aber auch das ging gut und ohne Verletzungen oder Lackschäden. Denny war nach der Arbeit total im Eimer und hatte einen richtigen roten Bauarbeiterausschnitt, wie er im Buche steht – Sonnencreme hätte geholfen.
Die Arbeit war total anstrengend und der Chef ganz schön scheiße. Wenigstens musste Denny am nächsten Tag nicht wiederkommen. Das Geld hat er auch erst Tage später gekriegt und da vorher nicht über den Lohn gesprochen wurde war das eine ganz schöne Enttäuschung – wieder was gelernt… Die 4 Tage danach verbrachten wir abwechselnd im Wasserpark Wet´n´Wild, in dem viele aufregende Wasserrutschen sind, das ist nichts für meine schwachen Nerven….. Rutschen, in die man durch eine Falltür fällt, Reifenrutschen die steil nach unten gehen und und und…. und im Moviepark, der nicht besonders groß ist, aber gute Achterbahnen hat. Diese Tage waren ganz nach unserem Geschmack und wir konnten sogar zu Fuß dahin laufen. Am letzten Tag waren wir im Sea World, weil der Gutschein auch dafür galt und wollten Abends noch Surfers Paradise angucken, was allerdings im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fiel, da es wie aus Eimern zu schütten begonnen hatte. Naja, ist ja eigentlich auch nur eine Stadt…


Am letzten Tag haben wir einfach nur am Pool entspannt und herausgefunden, dass neben der Eule und dem Possum, die in dem Baum über uns regelmäßig zu Besuch kamen, auch ein Koala auf dem Campingplatz wohnt und gerade in den gegenüberliegenden Baum gezogen ist. Unser erster Koala! Leider saß er zu weit oben um ihn zu fotografieren. Nachts haben wir oft Geräusche gehört, die klingen als würden Wildschweine grunzen und wir waren uns sicher, dass es Schweine sein mussten. Wir haben aber nie welche gesehen, trotz unserer MacLight. Später haben wir dann herausgefunden, dass diese Geräusche wahrscheinlich von den Koalas stammten 😀

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Nach insgesamt 6 Tagen in dem Caravanpark ging es weiter, in den Lamington Nationalpark.
Es ging eine total enge und kurvige Straße hoch, bei Regen und warm war es auch nicht besonders. Am Anfang war die Landschaft noch grün und mit Nadelbäumen gesäumt, eigentlich sah es ähnlich wie Bayern aus 😀 Aber je höher wir kamen, desto mehr wurde die Landschaft Regenwalt. Farne, alte, hohe, mit Moos bewachsene Bäume standen nun am Straßenrand. Links und rechts ging es teilweise steil bergab. Die Fahrt an sich war schon aufregend. Oben angekommen hatten wir einen guten Blick auf das Tal, mit den aufsteigenden Nebelwolken sah das ganze richtig Unwirklich aus, wie im Film. Es gab ein paar Wanderwege, wir haben unter anderem den Baumwipfelpfad gemacht, der über Hängebrücken geht und wo man auch auf eine Leiter klettern kann, die bis in den Wipfel eines riesigen Baumes geht – ganz schön hoch, mir haben die Knie geschlottert.
Danach haben wir uns noch einen Wasserfall angeschaut, die ganze Szenerie war wahrscheinlich gerade wegen dem Regen so toll. Irgendwann hat es aufgehört zu regnen, aber es blieb arschkalt, wir haben schon lange nicht mehr gefroren, dafür an diesem Abend umso mehr. Wir blieben auf dem Campingplatz oben auf dem Berg, auf dessen Wiesen komische, fette Kängurus grasten und bunte Vögel auf Dennys Kopf Platz nahmen als er kochen wollte. Diese Vögel saßen auch schon an dem Informationscenter, wo man für 4 $ eine Schale Futter kaufen kann. Ich hatte Glück und habe den Rest Futter von einem Mann bekommen, sodass ich 2 Hände voller Körner und die Arme voller Vögel hatte. Das war echt witzig.


Der Tag sollte aber noch tierisch bleiben, denn auf dem Weg nach unten kamen wir an einer Alpaka Farm vorbei. Dort konnte man für 3 $ einen Sack Pellets kaufen und da wir zu dem Zeitpunkt ganz alleine dort waren, haben wir uns den Spaß mal gegönnt. Die Alpakas kamen auch gleich und haben uns aus der Hand gefressen, außerdem lag ein Frisch geborenes weiter hinten auf der Wiese. Niedlich! Das ganze war so lange witzig, bis eines von denen anscheinend beleidigt war und Denny angespuckt hat. Das hat gestunken, auch wenn es nicht viel war…. Seitdem habe ich mir meine Alpakas genau ausgesucht und beobachtet und beim kleinsten Würgegeräusch oder Ohren anlegen bin ich 5 Meter zurück gesprungen. Aber wer weiß, vill. bringt das ja Glück 😀


Als nächstes ging es in den Springbrook Nationalpark in dem es auch Wasserfälle und Regenwald zu sehen gibt. Auch dort ist es eine Mischung aus Regenwald und Bayern. Die Gegend hier ist echt schön, wir haben gar nicht gewusst das Queensland so vielseitig ist, sogar Denny gefällt es hier, obwohl er sonst keine Gelegenheit auslässt über die Ostküste herzuziehen.
Geschlafen haben wir auf einer Restarea, die in New Sout Wales liegt. Somit haben wir jetzt den 3. Staat bereist. Auf dieser Restarea haben wir das krasseste Weihnachtshaus überhaupt gesehen, einige übertreiben es echt! 😀


Am nächsten Tag mussten wir die Zeit tot schlagen, denn wir waren schneller als gedacht – wir hatten für Dienstag ein Zimmer über Airbnb gebucht. So haben wir uns das Hippidorf Nimbin angeguckt, das wir leider nicht fotografieren konnten da unsere Kamera nicht mitmachen wollte. Nimbin ist ein kleines Nest in dem sich eigentlich alles ums Kiffen dreht, zwar ist es hier auch nicht offiziell erlaubt aber es schert sich wohl keiner darum. Die Häuser sind bunt bemalt und es gibt viele Läden voller Kräuterzeug und Hippikram, in dem Park kann man auch Gras kaufen. Ganz schön chillig da. Danach fuhren wir noch in einen Nationalpark in dem es Schnabeltiere gibt, fanden aber lediglich 2 Echsen die wir bis dahin noch nicht vor die Linse bekommen hatten.
Auf der Suche nach einer Restarea für die Nacht mussten wir feststellen, dass es gar nicht so einfach ist in der Nähe von Byron Bay etwas zu finden und haben daher wieder die gleiche Restarea wie die Nacht davor angesteuert.


Heute waren wir Byron Bay und haben für morgen einen Surfkurs gebucht und übermorgen gehen wir mit Schildkröten schnorcheln, wenn wir Glück haben sogar mit Delfinen – heute konnten wir schon welche von hoch oben sehen, als wir am Leuchtturm von Byron Bay waren.
Die Tage bleiben also spannend 🙂
Jetzt sind wir für 3 Tage in Clunes, bei einem älteren Ehepaar in einem ausgebauten Wohnwagen, total gemütlich hier und ca. 30 Min. von Byron Bay entfernt.
So, jetzt müssen wir aber ins Bettchen, damit wir morgen fit sind ;-D

 

Bis nächstes Mal
Denny und Sarah

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Über Denny und Sarah

Moin, moin! Wir berichten in unserem Blog regelmäßig über unser großes Abenteuer - Work and Holiday in Australien. Wir sind beide Mitte 20 und haben bzw. hatten alles was man so hat : Job, Wohnung, Auto, Hund... Das alles aufzugeben ist ein großer Schritt und wir behaupten mal, alleine die Entscheidung unseren Traum wirklich durchzuziehen ist viel schwerer, als wenn man frisch aus der Schule kommt und "noch nichts hat". Wir berichten über alles so aktuell wie möglich und versuchen nicht so langweilig zu schreiben, damit hier auch gerne mitgelesen/mitgefiebert wird. ;) Wir wünschen euch viel Spaß beim mitlesen und über Feedback freuen wir uns auch. Solltet ihr Fragen oder Anregungen haben, schreibt uns gerne eine Nachricht. Liebe Grüße aus Lübeck Denny & Sarah
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