Auf Edelsteinsuche im Outback Queenslands

Seit fast einer Woche machen wir nun wieder die Straßen unsicher, nachdem wir am Ende doch insgesamt 2 Wochen in Darwin bleiben mussten. Ein Hin – und Her mit dem Auto und ewiges Warten auf Ersatzteile waren Schuld. Nebenbei habe ich mir noch irgendwas am rechten Ohr eingefangen und konnte eine Zeitlang kaum etwas hören, mittlerweile scheint es sich aber hoffentlich zu bessern. Daher ein kurzer Bericht zum Thema „krank sein in Australien“:
Ein Arztbesuch kostet jedes mal einen Pauschalbetrag, den man also immer bezahlen muss. Hier wird es nach Länge der Behandlungs- bzw. Gesprächszeit berechnet, 15 min. beim Arzt kosteten in meinem Fall 90 $, eine halbe Stunde lag bei 160 $ usw. Ziemlich hohe Preise, da überlegt man sich doch zweimal ob man sich krank schreiben lässt weil man kein Bock auf Arbeit hat. Jedenfalls habe ich dann also 90 $ hingeblättert, nur damit der Arzt einmal guckt was ich habe. Die Ohrentropfen die er mir verschrieben hat, musste ich natürlich nochmal extra bezahlen – 20 $. Man bekommt ein Rezept und wenn man dieses einlöst, dann hat man noch 2 übrige Rezepte, mit denen man das Medikament nochmal holen kann ohne das man vorher zum Arzt geht. Zum Glück wird meine Krankenkasse die Kosten übernehmen. Aber wie man sieht, unterscheidet sich das System doch ziemlich von unserem – stellt euch vor, ihr müsstet für jeden kurzen Arztbesuch ca. 70 € bezahlen… Wir heulen in Deutschland ja schon wegen 10 € Praxisgebühr rum… Eigentlich finde ich das System gar nicht so schlecht, das verhindert vielleicht, dass so viele Leute zum Arzt rennen und die Wartezeiten ins Unendliche bringen, obwohl sie gar nicht wirklich was haben… Aber egal, ich schweife ab.
Nachdem Rusty repariert war, machten wir uns auf in den Kakadu Nationalpark, der ja der größte Australiens ist und von dem wir uns viel erhofft hatten. Wasserfälle, Feuchtgebiete, Krokodile… Bevor wir jedoch in den Park fuhren, gönnten wir uns eine „Jumping Croc Tour“. Wir sind mit einem relativ kleinem Boot und ca. 15 anderen Leute auf dem Adalaide River entlanggeschippert und der „Kapitän“ hat mit Fleischstückchen, die an einem langen Stock befestigt sind, die Krokodile angelockt (bzw. sind die es ja schon gewohnt und kommen angeschwommen wenn sie den Motor des Bootes wahrnehmen) und aus dem Wasser „springen“ lassen. In Wirklichkeit springen sie ja nicht, sondern rudern mit ihren Schwänzen aus dem Wasser heraus. Das ist wirklich total beeindruckend und man hat ein etwas mulmiges Gefühl im Magen, weil das Boot an den Seiten offen ist und kein Schutz da ist. Wir wurden gewarnt die Hände,Füße und Köpfe nicht aus dem Boot zu stecken,weil es dann natürlich passieren kann, dass man mit einem Körperteil weniger wieder an Land kommt. Und das man sich etwas überlehnt passiert schnell und unabsichtlich, nämlich wenn man ein gutes Foto machen will…. Aber wir haben noch alle Gliedmaßen und sind heile wieder aus dem Boot gestiegen. Die Tour hat uns 45 $ p.P. gekostet, es gibt verschiedene Touren in verschiedenen Preisklassen. Wir können das wirklich empfehlen.


Danach ging es dann wirklich in den Kakadu NP, für 25 $ p.P. darf man 2 Wochen dort bleiben, es gibt von gratis Campingplätzen ohne alles bis zu Hotels verschiedene Unterkünfte. Die erste Nacht war unerträglich heiß, wir haben kaum geschlafen und waren die ganze Nacht klatschnass. Das schlimmste: Es gab auf diesem Campingplatz keine Dusche. Man mag es vielleicht nicht glauben, aber es ist ziemlich hart nicht duschen zu können, wenn man den ganzen Tag und die ganze Nacht durchgängig nur in nassgeschwitzten Klamotten herumläuft. Es gibt natürlich auch Menschen, die nehmen das nicht so eng, aber für mich ist das schon eine ziemlich ernste Angelegenheit.
Naja, jedenfalls haben wir uns am nächsten Morgen in die mittlerweile getrockneten Klamotten geworfen und uns das erste Sehenswerte angeguckt – Felsmalereien. Es gibt total gut erhaltene (wir denken, dass einige auch restauriert wurden) Wandmalereien, in diesem Nationalpark gibt es überhaupt die höchste Zahl in ganz Australien. Das war toll, ich finde sowas ja eh faszinierend und ich kann es wirklich nicht glauben, wie alt einige der Zeichnungen schon sind.
Danach sind wir zu einem der Wasserfälle gefahren (die Strecke zu den schönen großen Wasserfällen „Jim Jim Falls“ und „Twin Falls“ war leider gesperrt). Der Weg dahin war schön, durch ein kurzes Stück Regenwald und über Steine. Da es im ganzen Park Krokodile gibt, waren überall Warnschilder aufgestellt, man sollte also nicht einfach irgendwo rein springen, auch wenn es noch so verlockend ist. Der natürliche Pool, in den der Wasserfall fließt und der Fluss der davon abgeht, wird jedes Jahr zum Beginn der Trockenzeit von Krokodilen „gesäubert“ und es sind Fallen im Wasser aufgebaut, trotzdem kann es vorkommen, dass es einige unbemerkt schaffen dort hineinzugehen. Man geht also quasi auf eigene Gefahr baden. Der kleine Wasserfall war jetzt nicht sonderlich spektakulär, wir sind eine Runde schwimmen gegangen (es war noch eine Reisegruppe da) und das wars.
Nicht sonderlich spektakulär ist eigentlich auch die passende Beschreibung für den ganzen Park, wir waren wirklich ein bisschen enttäuscht, hatten wir doch eigentlich viel erwartet. Die meisten Flüsse und Billabongs waren ausgetrocknet, ein Wasserfall, an dem wir gecampt haben hatte kein Wasser… Obwohl es schon Ende November ist und wir deshalb gehofft hatten, dass es sich lohnt dort hin zu fahren. Wir würden vielleicht nochmal wiederkommen, aber dann eher im April oder Mai, nach einer guten Regenzeit…
Ein lustiges Erlebnis hatten wir aber doch:
Wir saßen auf dem Campingplatz neben unserem Auto, es war schon dunkel. Denny meinte er hätte etwas den Baum hoch laufen sehen, direkt neben uns. Ich tat es ab als: „Was der wieder sieht…“ 😉 Aber dann, etwas später, flog etwas über unsere Köpfe und direkt an den Baum vor uns: Es war eines von diesen kleinen Gleithörnchen oder wie die Tierchen heißen. Zumindest glauben wir das, im Nachhinein haben wir dann mal gegoogelt und heraus gefunden das diese Tierchen ganz selten sind und wenig erforscht sind. Wir konnten nur kurz mit der Taschenlampe gucken, aber es sah genauso aus wie auf dem Bild im Internet, echt niedlich!
Am nächsten Tag verließen wir den NP dann auch schon wieder, es war einfach zu heiß und schwül um irgendetwas zu machen und selbst 1 km lange Wanderwege kamen uns ewig vor.
Schade, aber naja….
Ab jetzt hieß es wieder Ewigkeiten nur im Auto sitzen. Einen kurzen Stopp legten wir bei den „Bitter Springs“ in Mataranka ein, das ist ein kristallklarer Fluss, der zwar nicht wirklich kühl war, aber dafür umso schöner, ich habe selten so klares Wasser gesehen.


Von dort aus fuhren wir auf den Savannah Way, der einmal von Western Australia durchs Northern Territory bis nach Queensland führt. Über 200 km Schotterpiste lagen vor uns, durch ein paar kleine Flüsse sind wir gefahren, haben wilde Esel gesehen und: Unser erstes Känguru überfahren (R.I.P. Skippy 😦 ) Dafür konnten wir nichts, vielleicht wollte es ja auch sterben, es kam jedenfalls genau aus dem Gebüsch unter unsere Reifen gesprungen……. Hoffentlich war es das erste und letzte…
Die erste Nacht verlief ereignislos und der Tag war nur fahren, von morgens bis abends. Die 2. Nacht verbrachten wir am Hell´s Gate Roadhouse, für stolze 10 $ p.P. durften wir auf dem Grundstück voller Kuhfladen campen, aber immerhin gab es ein Waschbecken und Duschen voller Ungeziefer und Fröschen. Zusätzlich hüpften viele Kängurus dort herum, das war wiederum toll.
Die Nacht war, bis auf das Blöken der Kühe, die irgendwann von irgendwoher kamen, ruhig. Am nächsten Morgen aber, mussten wir erst mal unsere Schuhe suchen. Erst dachte ich, Denny hätte meinen Schuh versteckt, aber seine waren auch verstreut. Alle Indizien deuten darauf hin, dass über Nacht eine Dingomutter mit ihren Kindchen vorbeigekommen ist und ihnen erst mal beigebracht hat, wie man richtig Schuhe klaut. Wir fanden große und kleine Pfotenspuren vor unserer Leiter und die Schuhe hatten Zahnabdrücke, einer von Dennys Schuhen ist zerfetzt gewesen, den konnte man nur noch weg schmeißen. Hunde haben die Betreiber vom Roadhaus keine, deswegen gehen wir mal von Dingos aus, die gibt es ja überall. Ab jetzt nehmen wir unsere Schuhe immer mit ins Zelt…
Weitere endlos lange KM und sich verändernde Landschaft später sind wir nun in Anakie angekommen, mitten im Outback von Queensland. Den Savannah Way haben wir dann kurz hinter Hell´s Gate verlassen, weil wir nicht nach Townsville oder Cairns wollten, das kennen wir ja schon vom Urlaub vor 2 Jahren, wir sind dann nur kreuz und quer umhergefahren. Zwischendurch war es echt frustrierend auf die Landkarte zu gucken, weil man dort nur sehen kann, dass es bis zum nächsten Ort mit 1000 Einwohnern erstmal 500 KM sind und von da aus nochmal 300 km und dann nochmal und nochmal. Man fühlt sich nach 2 Tagen fahren als ob man niemals ankommt. In der ganzen Zeit kamen uns so wenig Autos entgegen, dass man wahrscheinlich Stunden warten müsste bis Hilfe kommt wenn was passieren sollte und das, obwohl wir die letzten 100te KM auf festen Straßen unterwegs waren. Die Distanzen haben wir jetzt also mal wieder richtig zu spüren bekommen, aber immerhin gibt es jetzt den Lichtblick, dass es nur noch ca. 350 km bis kurz vor die Küste sind und wir dann in den nächsten Tagen in Brisbane sein werden.


Morgen gehen wir aber erst mal auf Saphiersuche, hier gibt es nämlich Ausgrabungsstätten die auch für Besucher offen sind und wo man selbst auf Edelsteinsuche gehen kann und wenn wir einen finden, dürfen wir ihn behalten. Das gibt es nur hier in der Gegend, deswegen versuchen wir mal unser Glück.

Bis nächstes Mal
Denny und Sarah

 

 

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Über Denny und Sarah

Moin, moin! Wir berichten in unserem Blog regelmäßig über unser großes Abenteuer - Work and Holiday in Australien. Wir sind beide Mitte 20 und haben bzw. hatten alles was man so hat : Job, Wohnung, Auto, Hund... Das alles aufzugeben ist ein großer Schritt und wir behaupten mal, alleine die Entscheidung unseren Traum wirklich durchzuziehen ist viel schwerer, als wenn man frisch aus der Schule kommt und "noch nichts hat". Wir berichten über alles so aktuell wie möglich und versuchen nicht so langweilig zu schreiben, damit hier auch gerne mitgelesen/mitgefiebert wird. ;) Wir wünschen euch viel Spaß beim mitlesen und über Feedback freuen wir uns auch. Solltet ihr Fragen oder Anregungen haben, schreibt uns gerne eine Nachricht. Liebe Grüße aus Lübeck Denny & Sarah
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