Über die MacDonnell Ranges zum Uluru

Heute schreibe ich das erste Mal frisch von der Straße, wir sind nämlich jetzt in diesem Augenblick auf dem Highway von Alice Springs nach Darwin (wenn dieser Blog online geht, werden wir wahrscheinlich schon in Darwin angekommen sein).
Die letzten Tage waren vollgepackt mit Wandern und Natur und Campen.
Wir sind Sonntag, 1.11., aus Alice losgefahren – Hauptziel war der Uluru und Kata Tjuta (Ayers Rock und die Olgas). Bevor wir dort ankamen, haben wir uns aber erst noch andere Sachen angeguckt, wir sind nämlich nicht so gerne auf den Highways unterwegs, das ist einfach langweilig (weswegen ich auch jetzt gerade den Blog schreibe). Es ist doch aufregender eine unbefestigte Straße zu fahren.
Erster Stopp war die Simpsons Gap: Man geht durch einen ausgetrockneten Fluss bis zum Ende, dort ist dann etwas Wasser und zwei riesige Felswände. Ein Känguru haben wir beim trinken erwischt, ansonsten war diese „Schlucht“ nicht sooo nennenswert würde ich sagen, aber sie kostet keinen Eintritt, also kann man sich das ruhig mal angucken.


Die nächste Station war Standley Chasm, davon hatten wir auch schon einen Flyer,auf dessen Bild die Schlucht ganz hübsch aussah. Wir haben also 10 $ p.P. Bezahlt und sind den kurzen Weg zur Schlucht gewandert. Im Nachhinein haben wir uns geärgert, die Schlucht war total kurz und der Weg dahin auch nicht besonders schön, eher so, als ob da noch was gebaut wird, überall standen Werkzeuge herum. Diese Schlucht können wir also nicht empfehlen, vielleicht sind wir zu verwöhnt von den Bungle Bungles….
Der Abschluss für diesen Tag war die Serpentine Gorge, eine Schlucht, die in unserem Reiseführer so beschrieben wurde: Viele Wasserlöcher, von denen einige immer und manche nur ab und zu Wasser führen und dass man dort dann baden kann. Um den Tag etwas erfrischt abzuschließen war das eigentlich auch unser Plan, aber als wir dort dann ankamen mussten wir feststellen, dass es verboten ist dort zu baden (vielleicht wurde das erst vor kurzem geändert) und das Wasser sah auch nicht so einladend aus, alles voller Wasserpflanzen und Bienen und anderes Fliegezeug. Wir sind dann also unverichteter Dinge wieder losgefahren, zu dem Übernachtungsplatz des Tages.
Es ging einen „Berg“ hoch, dort war ein Aussichtspunkt mit Bänken und einem Wassertank, die schöne Aussicht und den Sonnenuntergang gab´s dazu. Wir haben uns dann auf der Feuerstelle unsere Burger gebrutzelt und 100 Käfer mitgegessen, weil die immer ausgerechnet aufs Essen fliegen müssen… Nervig, aber naja… Ich bin dann relativ früh ins Zelt gegangen und wie auf Knopfdruck fing es an zu stürmen. Dieser Wind war wirklich heftig und hat die ganze Nacht angehalten. Das Zelt hat überlebt, aber es war so laut, dass wir kaum ein Auge zu gekriegt haben und ich am Ende auf den Beifahrersitz des Autos geflüchtet bin, nur um festzustellen, dass es hier auch nicht viel besser ist. Nach dieser schlaflosen Nacht fanden wir dann auch die Stühle und das Besteck umgekippt und überall verstreut vor. Fit waren wir nicht gerade, aber jammern bringt ja nichts.
Der erste Punkt war die Ormiston Gorge, hier sollte es dann auch ein Wasserloch zum baden geben. Es gab einen Wanderweg, dem wir gefolgt sind. Erst bergauf, dann war da dieser Lookout von dem man einen schönen Überblick hatte und auch das Wasserloch sehen konnte, diesmal stand dem baden nichts im Weg. Aber vorher mussten wir diesen ganzen Berg wieder runter. Teilweise war der Weg ziemlich steil und steinig, aber immerhin nicht langweilig, nur durch den Schlafmangel ganz schön anstrengend. Unten war das Wasser dann eine schöne Abkühlung…
Danach machten wir noch einen Stopp in der Redbank Gorge (Gorge steht übrigens für Schlucht), die in dem Reiseführer als „Muss“ beschrieben war. Der Weg dahin führte durch ein trockenes Flussbett (also über Sand laufen – blöd) zu einer engen Schlucht, in der immer Wasser ist, mal mehr, mal weniger. Diese Schlucht zählt zu einen meiner Highlights auf dem ganzen Trip von Alice zum Uluru, weil man hier komplett durchschwimmen kann wenn genug Wasser drin ist. Bei uns war es leider so, dass vorne Wasser war, dann konnte man am Ende raus klettern, ein paar Meter laufen und durch den nächsten Pool schwimmen. An dessen Ende konnte man wieder herausklettern, dort war es aber steil und schwierig ohne Schuhe zu laufen, die Steine waren zudem noch ganz schön heiß, daher haben wir hier wieder umgedreht. Chris ist allerdings bis zum Ende durchgewandert und hat berichtet, dass nach der steilen Stelle noch ein Pool kam, mit ekeligem Wasser und danach wieder ein Stück zu laufen, bis ganz hinten auch nochmal Wasser war. Wenn das Wasser hoch genug ist, kann man sich mit einer Luftmatratze durch die Schlucht treiben lassen, das muss toll sein. Sogar Denny habe ich ins Wasser locken können, er ist ja sonst eher Wasserscheu 😉
Sollten wir nochmal irgendwann in Alice Springs sein, hoffe ich dass es gerade genug Wasser gibt und wir dann nochmal zurück hierher kommen. Wir hatten auch das Glück, ganz alleine zu sein, erst als wir wieder losgingen kamen andere Leute.


Jetzt hieß es erstmal wieder etwas länger zu fahren, es war schon um 2 und wir hatten noch eine 177 km lange Schotterpiste vor uns, den Mereenie Loop, die aber auch noch etwas von unserem Standpunkt entfernt war. Wir wussten auch nicht, ob die Piste in gutem Zustand ist und da wir nicht dort übernachten durften und nicht unbedingt im dunklen fahren wollten, haben wir uns lieber rechtzeitig auf den Weg gemacht. Am Ende war die Piste gut zu fahren, es ging aber immer bergauf und bergab, weswegen wir oft mit 60 oder 70 km/h unterwegs waren, weil es unserem Rusty ziemlich anstrengt bergauf zu fahren. Ein Kamel und ein paar wilde Pferde haben wir gesehen, ansonsten eine ganz hübsche Landschaft.
Das Tagesziel war eine Restarea kurz vor dem Kings Canyon, von der sich aber herausgestellt hat, dass sie auf dem Mereenie Loop ist und somit auf dem Aboriginal Land, wo man nicht übernachten darf. So blieb uns nichts übrig als im Kings Canyon Resort zu übernachten, für 20 $ p.P. Erst wollten wir einfach in den Busch fahren und dort zelten, aber wir hatten ein bisschen Angst, das die Rezeptionsfrau uns an die Ranger meldet, weil wir erst nach dem Preis gefragt haben und dann wieder los gefahren sind. Außerdem sind in der Gegend wohl viele Dingos vor denen man sich in Acht nehmen soll. Wir haben also die 40 $ bezahlt und immerhin eine schöne und nötige Dusche gehabt. Dazu kam, dass es in der Nacht wieder ziemlich windig war und zum Morgen hin auch ein kurzer Platzregen war, da fühlt man sich unter anderen Menschen doch etwas sicherer als alleine im Busch.
An diesem 3. Tag haben wir uns dann den Kings Canyon angeguckt, den manche als noch schöner als Uluru und Kata Tjuta bezeichnen. Es gab einen langen Wanderweg einmal durch den Canyon, der aber schon geschlossen war als wir ankamen. Wir haben dann den etwas kürzeren Weg gemacht, der aber auch nicht ohne war. Es ging natürlich wieder ewig weit bergauf und oben angekommen, brauchten wir erst mal eine Atempause. Chris ist scheinbar 100 mal fitter und muss sich gefühlt haben wie mit Rentner auf Tour… 😀 Es ging dann noch etwas weiter auf dem Canyon und der Anblick hat dann auch den Weg entschädigt. Es ist schon imposant auf so einer hohen Klippe zu stehen, unten wachsen Palmen und andere Pflanzen. Es war total windig da oben, das hat die Hitze erträglich gemacht. Diesen Nationalpark sollte man auf keinen Fall verpassen!


Der Rastplatz für diesen Tag lag gar nicht mehr so weit weg, ca. 150 km. Wir kamen relativ früh dort an, es handelt sich hierbei um eine große Rinderfarm/Roadhouse (Curtin Springs). Man kann umsonst campen, nur für die Duschen muss man bezahlen. Von hier aus sind es nur noch 80 km bis zum Uluru. Die Nacht war wieder mal als windig angekündigt, aber es war gar nicht sooo schlimm dieses Mal und wir konnten ganz gut schlafen.
Am nächsten Morgen sind wir dann gemütlich losgefahren, zum Uluru. 25 $ Eintritt ist ganz schön teuer, aber da kommt man nicht drumherum (man darf dann insgesamt 3 Tage im Park bleiben, muss aber Unterkunft extra zahlen). Als erstes sind wir zum Kata Tjuta gefahren, das sind 36 Steindome die alle irgendwie zusammenhängen und wo man zwischen drinnen wandern kann, ähnlich wie die Bungle Bungles. Hier haben wir den längsten Wanderweg gemacht, den wir je gelaufen sind! Ca. 10 km lang und natürlich schön in der Mittagshitze. Der Weg ging wieder bergauf, diesmal musste man aber über flache schräge Steine nach oben klettern, dann ging es wieder runter, wieder rauf und immer so weiter. Wenig Schatten und nur 2 Punkte zum Pause machen. Die Natur war dafür total schön und für mich war der Weg auch nicht so schlimm, nur auf dem letzten Ende hatte ich keine Lust mehr. Denny fühlte sich nicht fit genug und hatte ziemlich zu kämpfen, ist ja eigentlich auch nicht so verwunderlich, wir hatten nämlich kein Frühstück an dem Tag, weil unsere Milch sauer geworden war. Aber auch er hat es geschafft. 🙂
Dann sind wir endlich zum Uluru gefahren und dieser Stein ist wirklich RIESIG. Es gibt einen Wanderweg um ihn herum, nochmal 10 km. Den haben wir aber nicht gemacht, erstens aus Zeit- und zweitens aus Motivationsgründen 😀 Wir sind mit dem Auto drumherum gefahren und haben noch 2 kurze Wanderwege gemacht, auf denen man Felszeichnungen und heilige Stätten der Ureinwohner sehen konnte. Den Tag haben wir ausklingen lassen, indem wir uns den Sonnenuntergang angeguckt haben, der den Uluru richtig rot färbt. Das war schon toll und ist für mich ein Highlight, das man wirklich nicht auslassen darf wenn man in Australien herum reist.
Übernachtet haben wir dann wieder in Curtin Springs, wir mussten also 80 km im dunklen fahren, aber das war ok und außer ein paar Kühen hat nichts die Straße gekreuzt.
Den Tag danach haben wir fast nur damit verbracht, wieder nach Alice zurückzufahen, diesmal auf dem Highway. Wir haben noch einen kurzen Abstecher auf einer Kamelfarm gemacht, das war aber nicht so sehenswert… Wir haben auf dem gleichen Ekelcampingplatz übernachtet wie letztes Mal, war halt billig und nur für eine Nacht.
Heute mussten wir uns dann von Chris verabschieden, denn er fährt demnächst in die entgegengesetzte Richtung von uns. Nun sind wir wieder alleine auf den Straßen unterwegs.


Wir wollten eigentlich von Alice über die East MacDonnell Ranges fahren, abseits des Highways, aber leider sind wir in die falsche Richtung gefahren, jetzt heißt es also 1500 km Teerstraße…
Bevor wir in Darwin ankommen, werden wir uns aber noch auf alle Fälle die Katherine Gorge angucken (bei Katherine) und heute nochmal die letzte (hoffentlich) kühle Nacht genießen, denn in Darwin sind die Temperaturen gerade unerträglich heiß, 35 ° bei Nacht…. Mal sehen ob wir das überleben….

Bis nächstes Mal
Denny und Sarah

 

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Über Denny und Sarah

Moin, moin! Wir berichten in unserem Blog regelmäßig über unser großes Abenteuer - Work and Holiday in Australien. Wir sind beide Mitte 20 und haben bzw. hatten alles was man so hat : Job, Wohnung, Auto, Hund... Das alles aufzugeben ist ein großer Schritt und wir behaupten mal, alleine die Entscheidung unseren Traum wirklich durchzuziehen ist viel schwerer, als wenn man frisch aus der Schule kommt und "noch nichts hat". Wir berichten über alles so aktuell wie möglich und versuchen nicht so langweilig zu schreiben, damit hier auch gerne mitgelesen/mitgefiebert wird. ;) Wir wünschen euch viel Spaß beim mitlesen und über Feedback freuen wir uns auch. Solltet ihr Fragen oder Anregungen haben, schreibt uns gerne eine Nachricht. Liebe Grüße aus Lübeck Denny & Sarah
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2 Antworten zu Über die MacDonnell Ranges zum Uluru

  1. Pingback: Uluru, Delfine, Strand und mehr | Denny und Sarah – Mit dem Rucksack unterwegs

  2. Carmen und Mario schreibt:

    Liebe Grüße aus dem Erzgebirge von Mario, Cynthia, Lycienne und Carmen

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