1000 KM durch die Wüste – Tackle the Tanami Road

Die Farmarbeit ist jetzt ja vorbei und das heißt, jetzt geht es wieder los. Wir haben eine Ende der Saison Party gemacht, alles vom Boss organisiert. Wir waren am Swim beach und der Chef hatte sein Boot mit, plus so ein Luftkissenteil, was man ans Boot bindet und wo man sich dann rauf legt und hinter dem Boot hergezogen wird, bis man herunterfällt. Das hat echt Spaß gemacht! Danach gab es ein BBQ im Haus vom Boss und das war es dann… 6 Monate vorbei, verabschiedet mit einem kleinen Feuerwerk.
Am Montag, 26.10.2015, haben wir uns endlich wieder auf den Weg gemacht und unsere schöne, sichere und saubere Poinciana Lodge verlassen. Geplant war, dass wir um 10 Uhr los fahren, da wir in den Purnululu Nationalpark (Bungle Bungles) wollten und der Weg dahin ca. 300 KM lang ist, davon sind 65 KM vom Highway abgehend raue Schotterpiste, für die alleine man schon 2-3 Stunden braucht. Es kam natürlich wie es kommen musste und wir haben Kununurra erst um 1 verlassen – diesmal lag es aber nicht an uns, wir fahren nämlich die nächsten Tage mit Chris, der uns auch gerettet hat als unser Motor geplatzt ist. 😉


Gegen 4 sind wir dann am Eingang zum Nationalpark angekommen, haben den Reifendruck raus gelassen und ab ging die wilde Fahrt. Da es ja um 6 schon dunkel wurde, hatten wir etwas Zeitdruck und sind dann so schnell wie möglich diese schreckliche Waschbrettstraße lang gesaust (50-60 km/h, mehr war nicht drin). Wir wurden echt durchgeschüttelt und irgendwann hat dann sogar unser Radio den Geist aufgegeben, da ist irgendein Kabel locker. Es ging hoch und runter, sogar durch 2 Flüsse. Das letzte Stück sind wir dann im dunklen gefahren, aber Dank unsere LED Lichter war das kein Problem. Da seit Anfang Oktober das Touristenbüro geschlossen ist und um diese Zeit auch kein Ranger in Sicht war, konnten wir uns die Gebühr für die Einfahrt und zum Zelten sparen… 😉
Am nächsten Morgen (ich konnte übrigens diese und auch die nächsten 3 Nächte kaum schlafen, weil es so windig war und das Zelt dadurch sehr laut) haben wir uns dann die Cathedral Gorge angeguckt. Ein kurzer Wanderweg führt durch ein sandiges, ausgetrocknetes Flussbett bis ans Ende einer Schlucht, wo ein kleines Wasserloch ist (in dem man nicht baden kann) und die oben offen ist. Das sah echt toll aus, man glaubt nicht was die Natur alles zustande bringt.
Als nächstes haben wir uns Echidna Chasm angeguckt, eine enge Felsspalte, durch die man bis zum Ende laufen kann. Man läuft über Steine und unter hohen Palmen durch. Teilweise ist die Spalte nur einen Meter breit. Das war ein Erlebnis, genau nach meinem Geschmack. Um die Mittagszeit sollte eigentlich die Sonne in die Schlucht scheinen, leider haben wir das nicht so gesehen, obwohl wir rechtzeitig da waren. Trotzdem war es toll und ein echtes Highlight, dieser Nationalpark ist für uns einer der Sachen, die man unbedingt gesehen haben muss. Als wir zurück auf dem Parkplatz waren, hatte eine andere Gruppe eine Panne – deren Motor wollte nicht anspringen. Wir haben versucht anzuschieben und Starthilfe zu geben, aber leider ohne Erfolg. Jetzt konnten wir zum ersten Mal uns Funkradio benutzen um den Ranger anzufunken und es hat uns nicht im Stich gelassen. Der Ranger kam rausgefahren und wir konnten dann auch weiter fahren, mehr helfen konnten wir sowieso nicht. Als wir die Stecke aus dem Park geschafft haben, war ich richtig stolz auf unser Auto (es heißt übrigens Rusty), wir hatten keine Panne und auch keine größeren Vorkommnisse. Übernachtet haben wir auf einer Restarea am Highway. Da es sehr heiß war in den letzten beiden Tagen und ich mich etwas unwohl in meiner Haut gefühlt hatte, dachte ich, ich nutze mal die Chance, dass kein anderer auf der Restarea war um unsere Campingdusche zu benutzen, genug Wasser hatten wir ja. Ich habe also die Dusche an unser Auto gehängt und eher schlecht als recht „geduscht“. Kurz nachdem ich fertig war, kam ein Auto – das war vielleicht knapp! 😀
Es hat die ganze Nacht geregnet und gewittert, man merkt, dass die Regenzeit angefangen hat. Es ist ein bisschen gruselig bei Gewitter zu zelten, aber im Nachhinein irgendwie auch ganz cool.


Am nächsten Tag waren wir kurz in Halls Creek, wo wir dann zufällig unsere Retterin getroffen haben, die Denny letztes Mal in die Stadt mitgenommen hat, als uns der Sprit ausging. Und um 2 standen wir dann endlich an der Kreuzung zur Tanami Road, die uns 1000 KM durch die Tanami Wüste nach Alice Springs bringen sollte. Wir haben vorher viel über diese Straße gelesen und recherchiert, meistens war das Ergebnis: Die Straße ist in sehr schlechtem Zustand und man sollte sich gut vorbereiten um sie zu fahren und sich am besten bei jemandem abmelden, nur zur Sicherheit, falls man stecken bleibt oder eine Panne hat. Wir haben also unseren Eltern eine Abschiedsnachricht geschickt und sind los gedüst. Das gefährliche an der Strecke ist eigentlich, dass wenn es regnet, die Straße schnell überflutet wird und man dann nicht weiterfahren kann. Außerdem liegen viele kleine Steine auf der Piste, das ist nicht besonders gut für die Reifen. Die Straße besteht hauptsächlich aus Schotterpiste, manchmal Waschbrettpiste, manchmal ist es ganz schön sandig. Ab und zu sind kurze Strecken geteert, die letzten ca.160 KM sind dann komplett geteert. Die Tanami Wüste selbst muss man sich eher als Steppe oder Buschland vorstellen, es ist keine Sandwüste.
Unser erster Stopp war am Wolfe Creek Crater, dem 2. größten Meteoritenkrater der Welt. Hier wurde auch der Horrorfilm Wolfe Creek gedreht, in dem Backpacker ermordet und gefoltert werden…. Es ist schon beeindruckend, wie so ein Krater von innen aussieht: Als ob es verschiedene Vegetationszonen gibt, die genau voneinander abgegrenzt sind. In der Mitte ist es grün, dann eine Grenze aus Bäumen und außen ist Buschland. Extra hierhin würde ich wahrscheinlich nicht fahren, wenn es nicht sowieso auf unserem Weg gelegen hätte. Hier haben wir übrigens auch auf dem kostenlosen Campingplatz übernachtet und wie man sieht haben wir es überlebt 😉
Dies ist auch der einzige Sehenswerte Ort auf dieser langen Stecke, der Rest ist einfach nur fahren, fahren, fahren…. Bis hierhin kamen uns übrigens viele Autos entgegen und die Strecke war total gut zu fahren, überhaupt keine Probleme, der Weg zu den Bungles war 1000 Mal schlimmer.
Wir sind in eine Aboriginal Community gefahren um nochmal aufzutanken (für läppische 2,60 $!!). Das war wirklich gruselig, Müll überall und die ganze Atmosphäre war irgendwie komisch. Als dann in dem Shop, der gleichzeitig Tankkarten verteilt 2 weiße arbeiteten, waren wir ziemlich überrascht. Wir denken dass das ein Ehepaar ist, die auch dort wohnen und die ganze Community ein bisschen am laufen halten, meistens sind die Communities nämlich unter Kircheneinfluss gegründet worden. Wer weiß wie es dort laufen würde, wenn keiner „aufpasst“…
Das war dann auch erst mal der letzte Stopp, ab hier heißt es solange zu fahren wie es geht. Wir haben an diesem Tag ca. fast 500 KM gerissen. Zwischendurch konnten wir beobachten, wie sich die Landschaft ständig verändert, von Grasland, über Landschaften die aussehen als wäre man auf dem Mars bis zu nur roter Erde voller grüner Spinifex Pflanzen. Eine Herde Kamele haben wir gesehen, die waren diesmal nicht so zutraulich wie letztes Mal und einige große Echsen, die über die Straße rannten. Und außerdem ziemlich große Kängurus.
Als wir auf dem Rastplaz für die Nacht angekommen sind, war das erste was wir vorfanden eine tote, große Echse, die vor dem Wassertank gestorben ist. Viele Tauben saßen dort herum und tranken jeden Tropfen, der aus dem Hahn des Wassertanks kam. Wir haben dann eine leere Dose mit Wasser gefüllt, welche sie gut angenommen haben – eine gute Tat am Tag, oder wie war das? 😉


Irgendwann kam dann ein anderes Auto auf den Rastplatz – es waren die gleichen, die wir in der Community wo wir tanken waren schon gesehen haben. Was natürlich wieder klar war: Es waren DEUTSCHE. Man fährt also die abgelegensten Straßen und trifft 2 andere Menschen – natürlich sind diese Deutsch. Naja…. Als es dann dunkel war und wir noch ein bisschen quatschten, konnte man am Horizont wieder Blitze sehen. Wir haben uns darüber aber keine großen Sorgen gemacht, weil die ziemlich weit weg schienen. Am nächsten Morgen jedoch, haben uns lauter Donner, helle Blitze und heftiger Regen geweckt. Mein erster Gedanke war: Ach du Scheiße, jetzt bleiben wir hier stecken. Innerhalb kurzer Zeit war der ganze Parkplatz voller Pfützen. Es hat am Ende dann wohl ungefähr eine halbe Stunde geregnet und sobald es aufgehört hat, haben wir das Zelt und alles andere was noch draußen stand zusammen gepackt und haben die Biege gemacht, um uns herum waren nämlich nur schwarze Wolken und ich hatte nicht sonderlich große Lust doch noch dort festzustecken. Die Straße war zum Glück weiterhin gut, überhaupt nicht schlecht zu fahren und wir finden sogar, dass sie besser als die Gibb River Road ist. Vielleicht hatten wir aber auch einfach nur Glück, das die Straße gerade geglättet wurde oder so. Jedenfalls hat sich dieses ganze große Abenteuer dann als doch nicht so sehr abenteuerlich heraus gestellt, trotzdem bin ich froh, das wir diese Strecke statt den Highway genommen haben. Ohne Radio ist es übrigens ziemlich ätzend so lange zu fahren… Wir haben Autos und Autoleichen gezählt, bei den Reifen haben wir schnell aufgehört, da es einfach zu viele kaputte oder geplatzte Reifen am Straßenrand waren. Es kamen uns ca. 25 Autos (dazu kommen noch ein paar Roadtrains) entgegen und wir haben ca. 30 Autoleichen gezählt (hinter dem Wolfe Creek). Also die Piste ist schon ziemlich einsam. Es gibt Australier, die fahren diese ganze Strecke an einem Tag, wir haben insgesamt 2 Mal übernachtet.
Jetzt sind wir in Alice Springs, auf einem ganz schön ollen Campingplatz, welcher eher an einen Hinterhof erinnert, um den sich keiner kümmert aber Eintritt kassiert wird. Die Duschen sind total eklig, aber es ist ja nur für 2 Tage. Alice Springs an sich ist eigentlich ganz schön, eine richtige Stadt halt. Auffällig ist, dass hier vor jedem Bottle Shop ein Polizist steht, wahrscheinlich weil es oft Probleme mit den Aboriginal People gibt. Wobei wir hier noch nicht so viele gesehen haben, die uns negativ aufgefallen sind – wir sind aus Kununurra ja einiges gewohnt. Einen Tag haben wir jetzt in Alice verbracht, uns das kleine Stadtzentrum angeguckt, waren ein bisschen shoppen und haben unsere weitere Reise geplant. Viel zu machen gibt es hier nicht so richtig, alles ist etwas außerhalb. Morgen machen wir uns dann auf den Weg zum Uluru (Ayers Rock). Wir haben eine Strecke gefunden, die auch wieder ein paar Schotterpisten beinhaltet und wo es viel zu sehen gibt, wir planen jetzt ca. 4-5 Tage ein, um hin – und zurück zu fahren. Der Uluru ist nämlich von hier aus ganz schön weit weg. Danach kommen wir wohl nochmal für 1 Tag hier her und dann geht’s wahrscheinlich für uns nach Darwin und für Chris nach Adailade.

Bis nächstes Mal
Denny und Sarah

 

 

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Über Denny und Sarah

Moin, moin! Wir berichten in unserem Blog regelmäßig über unser großes Abenteuer - Work and Holiday in Australien. Wir sind beide Mitte 20 und haben bzw. hatten alles was man so hat : Job, Wohnung, Auto, Hund... Das alles aufzugeben ist ein großer Schritt und wir behaupten mal, alleine die Entscheidung unseren Traum wirklich durchzuziehen ist viel schwerer, als wenn man frisch aus der Schule kommt und "noch nichts hat". Wir berichten über alles so aktuell wie möglich und versuchen nicht so langweilig zu schreiben, damit hier auch gerne mitgelesen/mitgefiebert wird. ;) Wir wünschen euch viel Spaß beim mitlesen und über Feedback freuen wir uns auch. Solltet ihr Fragen oder Anregungen haben, schreibt uns gerne eine Nachricht. Liebe Grüße aus Lübeck Denny & Sarah
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