Pechsträne in Kununurra

Hallöle,
wir haben zurzeit eine kleine Pechsträhne.
Ich fange mal von vorne an…..
Vor ca. 3 Wochen haben wir einen kleinen Ausflug gemacht, mit einem Kumpel von unserer Farm. Wir sind mal wieder zur Parry Creek Lagoon gefahren, um Krokodile zu sehen, weil wir jedes Mal wenn wir hier waren Glück hatten. Leider fing hier schon unser Pech an, denn außer Aga-Kröten und Vögeln war nichts zu sehen. Naja, wir haben uns dann, bevor es dunkel wurde auf den Rückweg gemacht, wir wollten noch eine 4WD Strecke fahren (Old Halls Creek Road), weil unser Kumpel Chris sein Auto gerade neu hat und mal ein bisschen solche Strecken fahren möchte.
Also sind wir dann diese Strecke gefahren, die Stellenweise ziemlich rau ist, aber gut zu handhaben. Als wir dann wieder auf den Highway gefahren sind, war unser Ziel eigentlich nur bevor es dunkel wird nach Hause zu kommen. Ca. 10 min. nachdem wir also wieder auf dem Highway waren, fing unser Auto an komische Geräusche zu machen, erst konnten wir es nicht definieren, dann fanden wir heraus das es von vorne kam. Es hörte sich an, als ob irgendwas irgendwo gegen schlägt, hätte auch das Rad sein können. Das Geräusch wurde lauter und wir überlegten, ob wir lieber anhalten und gucken sollten und einfach versuchen nach Hause zu fahren und dann zu gucken – das letzte Mal als wir stehen geblieben sind um zu gucken was los ist, steckten wir nämlich in Port Hedland fest und mussten die Nacht neben Wohnhäusern an der Straße verbringen.
Die Entscheidung lieber anzuhalten fiel uns dann aber ziemlich leicht, weil es plötzlich nach verbranntem Plastik gestunken hat und Rauch hinten dem Auto raus kam. Noch bevor das Auto richtig stand bin ich schon halb raus gesprungen, in meiner Aufregung habe ich nur erwartet dass das Auto gleich in die Luft fliegt. Natürlich ist das nicht passiert und als wir die Motorhaube geöffnet haben, kam erstmal eine Zeitlang Rauch hervor. Während wir also warteten, das sich das Innenleben von Yoda langsam abkühlt und überlegten was jetzt zu tun ist, hofften wir, das Chris bemerken würde das wir nicht mehr hinter ihm sind und umdreht – denn ich hatte natürlich kein Handyempfang und Denny hatte sein Handy wie immer nicht mit.
Nach gefühlten ewig langen Minuten checkten wir dann das Kühlwasser und es stellte sich heraus – leer. Das gab uns die Hoffnung, dass ja alles gar nicht so schlimm ist. Übrigens ist etwas Plastik unter der Motorhaube geschmolzen, daher der Gestank. Dann kam auch Chris glücklicherweise schon zurück. Wir füllten dann das Kühlwasser auf und weil wir ja schonmal dabei waren, kam ich auf die Idee auch mal das Öl zu checken. Ergebnis: Furztrocken, kein einziger Tropfen drin. Dass das überhaupt nicht gut ist brauche ich ja eigentlich nicht erwähnen… Wie es immer so ist, hatten wir alles mögliche an Flüssigkeiten dabei – nur kein Öl. Chris hat zum Glück eine Flasche Öl in seinem Auto gefunden, die wir dann komplett in unser Auto gefüllt haben. Danach warteten wir etwas und starteten den Motor. Diese Geräusche die er machte, waren einfach nur zum flüchten und sich hinter irgendwas verstecken – laut, ratternd, nicht gesund. Wir dachten, dass sich das Öl vielleicht erstmal verteilen muss und versuchten es nach ein paar Minuten nochmal, mit dem gleichen Ergebnis. Keine 10 Pferde hätten mich in dieses Auto gekriegt, also mussten wir uns nun überlegen was zu tun ist.
Mittlerweile ist es schon dunkel geworden und wir waren ziemlich weit weg von zuhause. Das Auto stehen lassen und mit Chris nach Hause fahren kam für uns nicht infrage. Abschleppen war die einzige Möglichkeit, nur leider hatte Chris keine Erfahrung im Abschleppen und wir waren uns auch nicht sicher ob das Seil was er hatte ausreichte. Was also tun?
Wieder einmal ist es Chris zu danken, das er sein Handy mit hatte und auch Empfang hatte. Wir haben also unsere Hostelmutti Ginny angerufen weil wir dachten sie könnte uns eine Nummer von einem Abschlepper geben. Aber sie hatte eine andere Lösung parat: Sie selbst konnte uns nicht abschleppen, weil sie gerade auf der Arbeit war, aber sie versuchte jemanden zu finden der uns holen könnte. Wir warteten also noch eine halbe Stunde, bis sie zurück rief und gute Nachrichten hatte – sie hat tatsächlich jemanden gefunden, der sich nun auf die Socken macht und uns abschleppt, nur noch 45 min. warten und dann wird er bei uns sein.
Als Clayton, unser Abschlepper, dann bei uns ankam, ging alles ziemlich schnell. Mit teilweise 100 km/h wurde Denny hinter Claytons Auto hergezogen, ich bin bei Chris mitgefahren. Wir waren ca. 70 km weit von zuhause weg und als wir dann zuhause waren, wollte Clayton überhaupt nichts haben. Unvorstellbar, dass jemand Fremde Leute 70 km weit in der Dunkelheit abschleppt und dann überhaupt nichts verlangt. Wir haben ihm ein paar Tage später noch etwas kleines geschenkt.
Froh zuhause zu sein, machten wir uns dann daran unser spätes Abendbrot zu machen, als Chris plötzlich wieder kam, wir dachten eigentlich er ist schon zuhause. Nun hatte er ein Problem, denn sein Auto wollte nicht mehr anspringen. Wir haben mit einem anderen Auto versucht Starthilfe zu geben, aber die Batterie war voll. Das Auto machte keinen einzigen Ton. Er musste es wohl oder übel stehen lassen. Später hat sich herausgestellt, dass nur ein Kabel in dem Immobilisierer locker war. Alles in allem hatten wir aber richtig Glück im Unglück: 1. Das Chris da war und Handyempfang hatte, 2. Das Clayton uns geholt und uns so ca. 600 $ oder mehr erspart hat und 3. Das Chris´ Auto nicht schon mitten in der Pampa den Geist aufgegeben hat.
Was ist nun also mit unserem Auto?
Der Motor hat ein Loch, man könnte also sagen Yoda ist tot. Wir bräuchten einen neuen Motor, welcher aber nicht so leicht zu finden ist, da es sich bei unserem Auto um ein importiertes Modell handelt und diese Motoren nicht sooft zu finden sind hier. Der Mechaniker hat einen in Melbourne gefunden, für insgesamt ca.6000 $ hätten wir Yoda wieder heilen können. Die Entscheidung zwischen einem neuen Auto und dem Ersatzmotor ist uns aber nicht leicht gefallen. Am Ende haben wir uns aber doch entschieden, ein neues Auto zu kaufen. Yoda konnten wir für 1500 $ verkaufen, das war sogar ziemlich einfach. Viel schwieriger erweist sich jetzt jedoch die Autosuche, da wir natürlich wieder ein gutes Allradauto haben wollen, am besten eines was etwas jünger ist als der Vorgänger. Die größten Probleme bei der Autosuche hier gestalten sich in der Entfernung: Darwin, nicht gerade eine riesen Stadt und noch dazu im Northern Territory, liegt ca. 800 km weit entfernt und Broome, etwas kleiner als Darwin, ca. 1000 km. Das nächste Problem liegt im Preis – alle Autos, die wir in die engere Auswahl nehmen würden, übersteigen unser Budget etwas, noch dazu kommt dann, das wir ein Westaustralisches Nummernschild wollen, was im Northern Territory nicht so leicht zu finden ist – warum wir das wollen würde jetzt den Rahmen sprengen und wir berichten mal in einem extra Thema darüber. Jetzt haben wir also die Wahl, entweder etwas mehr ausgeben oder ein Auto nehmen, von dem wir nicht 100 % überzeugt sind. Wir könnten natürlich auch zurück nach Perth fliegen oder sonstwohin, zumindest ich, weil Denny ja arbeiten muss und ein Auto holen, aber das ist auch nicht so das Wahre. Wir könnten auch am Ende beide irgendwo hinfliegen, dann würden sich aber alle unsere Pläne ändern und wir müssten unseren ganzen Kram los werden. Auch die Möglichkeit, ein Auto von irgendwo herschicken zu lassen besteht, jedoch ist ein Kauf ohne das Auto vorher zu sehen auch nicht das Gelbe vom Ei. Irgendwie ist gerade alles doof in dieser Hinsicht…..
Ich wünsche keinem Backpacker, Reisendem oder überhaupt jemanden, dass er oder sie mal in diese Situation kommt, das ist nämlich echt blöde jetzt, weil wir nur noch ca. 3 Wochen hier sind bevor die Farmarbeit für Denny zu Ende ist und wir jetzt eventuell unsere ganze Reiseroute ändern müssen. Es fällt gerade etwas schwer positiv zu denken, aber ändern können wir jetzt nichts an der Sache. Vielleicht hilft es ja, wenn jeder, der das hier liest seine Daumen drückt.

Einen neuen Job habe ich jetzt auch nicht mehr finden können, ich gehe höchstens mal 1-2 Tage auf die Farm zum Kürbis packen… Aber naja, wer weiß wozu das alles gut ist, irgendeinen höheren Sinn wird das ganze vielleicht haben.

Also dann, wir werden sehen wie es weitergeht….
Dieses mal gehen unsere Grüße an Tante Margot und Onkel Manner, die hier immer fleißig mitlesen 🙂

Bis nächstes Mal
Denny und Sarah

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Über Denny und Sarah

Moin, moin! Wir berichten in unserem Blog regelmäßig über unser großes Abenteuer - Work and Holiday in Australien. Wir sind beide Mitte 20 und haben bzw. hatten alles was man so hat : Job, Wohnung, Auto, Hund... Das alles aufzugeben ist ein großer Schritt und wir behaupten mal, alleine die Entscheidung unseren Traum wirklich durchzuziehen ist viel schwerer, als wenn man frisch aus der Schule kommt und "noch nichts hat". Wir berichten über alles so aktuell wie möglich und versuchen nicht so langweilig zu schreiben, damit hier auch gerne mitgelesen/mitgefiebert wird. ;) Wir wünschen euch viel Spaß beim mitlesen und über Feedback freuen wir uns auch. Solltet ihr Fragen oder Anregungen haben, schreibt uns gerne eine Nachricht. Liebe Grüße aus Lübeck Denny & Sarah
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6 Antworten zu Pechsträne in Kununurra

  1. Papa schreibt:

    Hallo Denny und Sahra!!
    Wir haben wieder ganz gespannt den neuen Beitrag gelesen und viel gelacht.
    Es ist schön zu wissen das es euch gut geht. Als ich das mit d. tanken gelesen hatte,musste ich schmunzeln und habe deinen Vater angeschaut Denny. Das kennen wir auch.(Norwegen-Urlaub)
    Wir wünschen euch viel Spaß!! Bleibt gesund!!
    Liebe Grüße dein Papa und
    Doreen

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  2. Carmen und Mario schreibt:

    Natürlich drücken wir euch alle unsere Daumen, wir lesen gern eure Beiträge und freuen uns schon auf den nächsten. Liebe Grüße von Cynthia, Lycienne, Carmen und Mario

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  3. phb schreibt:

    Interesting and well done / thanx for sharing your experiences 🙂

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