Kamele, Esel und Pferde

Tachchen,
was wir die letzten Wochen so gemacht haben (außer Arbeiten – übrigens sind wir jetzt wieder beide im Picking-Team, mal sehen wie lange):
Einmal hatten wir sagenhafte 5 Tage frei und haben diese genutzt, um mit 2 anderen von der Farm campen zu fahren. Es ging eine einsame, der Gibb-River-Road nicht unähnlichen Straße entlang, die Duncan Road. Gefunden habe ich sie in einer Broschüre über die Gegend hier und sie wird mit einigen Spots angepriesen, zum Beispiel „Palm Springs“, eine kleine oasenähnliche Quelle mitten in der verdörrten Landschaft. Die Straße startet in Halls Creek (ca. 360 km von Kununurra) und ist 445 km lang und besteht hauptsächlich aus Schotterpiste, außerdem gibt es keine Tankmöglichkeit auf der ganzen Strecke ab Halls Creek. Angelegt wurde die Straße früher, um die ganzen Rinderfarmen zu verbinden – die übrigens auch heute noch irgendwo in den Weiten des Gebietes verstreut sind. Leider war die Strecke nicht sehr spektakulär, die meisten Flüsse und Quellen hatten kaum Wasser, hätte man sich eigentlich denken können da jetzt ja Trockenzeit ist. Auch Palm Springs war jetzt nicht sooo atemberaubend. Schade…. Dazu kommt, das die meisten Sehenswürdigkeiten am Anfang der Strecke liegen und man nach dem letzten Spot eigentlich nur noch fährt und fährt…..und fährt. Ab und zu geht mal eine kleine Piste nach links oder nach rechts ab, zu irgendeiner Farm, die mitten im Busch liegt. Wir konnten noch nicht mal Häuser sehen, nur die dazugehörigen Kühe und die Ausschilderungen. Wir haben insgesamt 2 Nächte gecampt, die 2. Nacht haben wir ganz alleine im Busch verbracht, die Nächte sind wirklich sowas von still, man hört überhaupt kein Geräusch – außer ab und zu mal den Flügelschlag von Fledermäusen. Wenn die Sonne untergeht, wird es jetzt meistens übrigens richtig kalt, sodass man es eigentlich ohne dicke Klamotten nicht lange draußen aushält. Und uns ist aufgefallen, das wir hier alle schon extrem früh müde werden: um 8 ist meistens Schicht im Schacht 😀 Wir dachten erst, dass es nur uns so geht, aber die anderen beiden sind genauso im Eimer gewesen wie wir.


Am 2. Tag der Strecke hieß es nur noch durchfahren, um wieder auf den Highway Richtung Kununurra zu kommen. Auf der Hälfte der Strecke, als wir alle schon wieder fast eingeschlafen sind, sahen wir dann plötzlich 2 Kamele* und ein paar Pferde. Das ist mal was anderes, sonst sieht man nur Kühe und Kängurus. Die Pferde waren so scheu, die haben sich nicht getraut, aber die Kamele, zumindest das eine, kam tatsächlich zu uns, hat sich knuddeln lassen und war ziemlich zutraulich und liebesbedürftig. So entstanden auch unsere Kamel-Selfies 😀 Wir sind uns nicht 100% sicher, weil die Kamele und Pferde hinter einem Weidezaun waren, aber wir würden sagen, das die Tiere wild waren, bzw. verwildert sind. Vielleicht gehörten sie mal jemanden und wurden dann ausgesetzt oder sind abgehauen, das würde erklären, warum sie so zutraulich waren. Wer weiß, wir hatten jedenfalls Spaß mit ihnen.
Als wir dann wieder etwas weiter gefahren sind, mittlerweile im Northern Territory (wo die Zeitverschiebung übrigens + 1h30min ist), fanden wir noch ein paar wilde Esel und diesmal können wir das auch mit Gewissheit sagen, die haben uns nämlich erst von weitem begutachtet und sich dann verdrückt.
Der Rest der Fahrt war nicht so spektakulär, bis auf das Ende, wo wir noch einen kleinen Hund vom Highway gefischt und auf das Grundstück, das am dichtesten an der Straße lag, gesperrt haben, damit er nicht überfahren wird. An der Grenze vom Northern Territory zu Western Australia muss man übrigens sein Auto auf frisches Obst durchsuchen lassen, weil es nicht erlaubt ist frische Sachen und auch Honig einzuführen. Das hat was mit der Fruchtfliege zu tun, die natürlich keiner gerne haben möchte. Am Ende waren wir alle ein bisschen enttäuscht, aber es war immerhin besser als nur im Zimmer abzuhängen und nichts zu erleben. Falls jemand diese Strecke fahren möchte, würden wir empfehlen dies am Ende der Regenzeit zu machen, damit alles Grün ist und noch Wasser fließt – dann sind nämlich auch ein paar Flussdurchquerungen angesagt.


Am Wochenende war dann ein Landwirtschaftsfestival, wo viele Stände waren und ein paar Mitmachaktionen geboten wurden. Die ganze Stadt schien dagewesen zu sein und alles war so friedlich und nett. Übrigens ist hier auf offener Straße bzw. überhaupt in der Öffentlichkeit und auch auf Festen Alkoholverbot. Wird man mit Bier oder anderem alkoholischem Zeug in der Öffentlichkeit erwischt, kann die Strafe bis zu 5000 $ betragen. Auf Festen gibt es meistens entweder eine Familienzone oder eine Barzone, wo dann ein Zaun aufgestellt wird um die Kinder und die Leute, die Alkohol trinken, zu trennen. Im Prinzip finden wir dieses System gar nicht schlecht, manchmal ist es jedoch ein bisschen lächerlich, wenn dann nur ein kleiner, kniehoher Zaun aufgebaut wird oder wenn man in Restaurants ist und nur draußen trinken darf, wenn ein Zaun drumherum ist. Außerdem ist es irgendwie nervig, wenn man in einem Park mit mehreren Leuten BBQ macht und dann nichtmal ein Bier oder ein Cider dazu trinken darf (ob man sich natürlich daran hält ist eine andere Sache 😉 ).
Einen Tagesausflug haben wir noch gemacht und zwar zur Parry Creek Lagoon. Das ist ein Feuchtgebiet, mitten in der trockenen Landschaft wo es Krokodile gibt. Und wir wurden nicht enttäuscht und haben sogar 3 riesige Salzwasserkrokodile gesehen, leider erkennt man es auf den Fotos nicht wenn man nicht weiß wo sie sind. Neben den Krokodilen waren noch viele Pelikane da, diese Vögel sind auch ziemlich imposant.
Das war eigentlich alles soweit. Jetzt heißt es wohl erstmal wieder ein paar Tage durcharbeiten bis zum nächsten freien Tag.

* Wusstet ihr übrigens, dass es hier in Australien mehr Kamele gibt als in Afrika? Vor vielen Jahren hat ein Scheich sich mal Kamele importieren lassen, die dann irgendwann verwildert sind und sich dann gut hier angepasst und vermehrt haben. Die meisten Kamele kann man wohl im richtigen Outback im Zentrum Australiens sehen.

Bis nächstes Mal
und lieben Gruß an Marian und Charly, die ja jetzt frisch verheiratet sind 🙂 Herzlichen Glückwunsch nochmal.

PS: Auf Wunsch von Marian H.

aben wir das tote Wombat aus Dennys Gesicht entfernt. Wir hoffen du bist nun glücklich 😛

 

Denny und Sarah

 

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Über Denny und Sarah

Moin, moin! Wir berichten in unserem Blog regelmäßig über unser großes Abenteuer - Work and Holiday in Australien. Wir sind beide Mitte 20 und haben bzw. hatten alles was man so hat : Job, Wohnung, Auto, Hund... Das alles aufzugeben ist ein großer Schritt und wir behaupten mal, alleine die Entscheidung unseren Traum wirklich durchzuziehen ist viel schwerer, als wenn man frisch aus der Schule kommt und "noch nichts hat". Wir berichten über alles so aktuell wie möglich und versuchen nicht so langweilig zu schreiben, damit hier auch gerne mitgelesen/mitgefiebert wird. ;) Wir wünschen euch viel Spaß beim mitlesen und über Feedback freuen wir uns auch. Solltet ihr Fragen oder Anregungen haben, schreibt uns gerne eine Nachricht. Liebe Grüße aus Lübeck Denny & Sarah
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Eine Antwort zu Kamele, Esel und Pferde

  1. Marian Hiller schreibt:

    Sehr zufrieden und glücklich.

    Ich glaube die kamele werden sich selbst und ihren hormonen überlassen. Alle paar monate/jahre werden dann wieder ein paar aus der herde genommen und eingeburgert. Kamelfleisch ist ja nicht selten in OZ.

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