Gestrandet in Port Hedland

Hallo,

unser 1-monatiges hatten wir vor 2 Tagen hier in Australien. Wir sind nun also schon 1 Monat hier und bis jetzt vermissen wir nichts. Außer Denny seinen Fußball. Aber sonst…. Es könnte ewig so weitergehen, einfach rumfahren und machen worauf man Lust hat. Wenn da nicht das kleine Problem mit dem Geld wäre. Es ist zwar nicht so, dass wir nichts mehr haben, aber nach der langen Zeit des Nichtstun´s ist es doch jetzt mal naheliegend, arbeiten zu gehen. Wir leben eigentlich ziemlich sparsam. Meistens machen wir uns unser essen selbst mit unserem Gaskocher, ab und zu gehen wir mal schnell was essen in einem Imbiss oder Roadhouse. Ausflüge haben wir bis jetzt auch nicht gemacht, Nationalparks haben wir nicht immer bezahlt und campen tun wir entweder irgendwo wild oder auf Restareas. Nun haben wir es aber leider geschafft, ungeplant ziemlich viel Geld in ziemlich kurzer Zeit auszugeben, da unser Yoda (für alle die es nicht wissen: unser Auto) krank geworden ist. Durch das ganze geholper der schlechten Straßen im Karijini Nationalpark oder wodurch auch immer, hat sich irgendwie ein Schlauch gelockert, durch den die Flüssigkeit für die Kupplung läuft. Deswegen kommt diese Flüssigkeit nicht mehr an und man kann die Kupplung nicht benutzen. Was natürlich zur Folge hat, dass man nicht weiter fahren kann. Wir hatten Glück im Unglück, denn nachdem wir Kilometerlang auf dem Highway (auf dem ausschließlich Roadtrains entgegenkamen) gefahren sind und in Port Hedland ankamen – das ist eine der größten Städte Westaustraliens oberhalb von Perth – hat Denny gemerkt, dass irgendwas mit der Kupplung nicht stimmt. Erst dachten wir, das Yoda streikt, weil wir solange gefahren sind und es echt heiß war. Aber als wir dann nach dem Besuch im Touristencenter nicht mehr schalten und losfahren konnten, wussten wir das es ernst ist. Natürlich hatten wir keine Ahnung was los ist, aber ein netter, dicker, bärtiger Australier, der zufällig in dem Auto neben uns saß, hat uns seine Hilfe angeboten und gleich gewusst was los ist. Wir mussten die Flüssigkeit für die Kupplung einfach auffüllen, da sie leer war. Erfreut das es doch nicht schlimm ist, machten wir uns auf um zu dem nächsten Campingplatz zu fahren, weil wir nach ein paar lagen Tagen ohne Dusche uns mal wieder waschen wollten und auch die Wäsche mal eine Waschmaschine gebauchen konnte. Nach ein paar Kilometern stellten wir dann fest, das die Kupplung wieder Ärger macht und sind dann an die Seite gefahren. Die Flüssigkeit war wieder leer. Der Trick, den wir beim 1. Mal gelernt haben, funktionierte nicht. Es war schon gegen 16 Uhr, die Werkstätten haben ja nicht lange auf. Angehalten hat keiner von den Autos die vorbeigefahren sind. Wir standen an einer Straße, wo wenig Verkehr war, auf der einen Seite Wohnhäuser, auf der anderen ein Feld. Keinen Zentimeter konnten wir uns bewegen. Als wir einsahen, dass wir wohl abgeschleppt werden müssen, habe ich den australischen ADAC angerufen. Da es mit dem telefonieren immer noch nicht leicht ist, hat das nicht so funktioniert, da derjenige, mit dem ich gesprochen habe sehr beschäftigt war und ich ihm nicht so schnell eine Telefonnummer zum zurückrufen geben konnte. Außerdem hat er auch gleich gesagt, dass er nicht weiß wo er uns hinschleppen sollte, weil ja schon alles zu ist. Irgendwann kam einer der Bewohner und hat seine Mülltonne an den Straßenrand gestellt. Die Gunst der Stunde haben wir genutzt und ihn angesprochen. Er hat sich gleich sein Werkzeug geschnappt und sich unter unser Auto geschmissen. Leider konnte auch er nichts machen und so hieß es für uns, dass wir genau da bleiben mussten wo wir waren. Da wir schon seit gefühlten Wochen keine Dusche mehr gesehen haben, haben wir uns die Haare mit Hilfe unseres Wasserkanisters gewaschen – am Straßenrand. Wenigstens war es schon dunkel. Wer das nicht nachvollziehen kann, soll sich bitte mal 3 Tage nicht waschen (erstrecht nicht die Haare), nachdem man schon nach 5 Minuten laufen schwitzt, bei täglich über 30 Grad und Sonne. Jedenfalls haben wir uns dann etwas besser gefühlt und es uns auf den Vordersitzen „bequem“ gemacht, weil es uns zu dreist erschien das Dachzelt aufzuschlagen (es gibt hier extrem hohe Strafen) und wir das Auto nicht alleine lassen wollten. Am nächsten Morgen sind wir dann gleich Richtung Werkstatt gegangen, die erste hat uns gleich weiter geschickt zu einem Toyota – Händler. Glücklicherweise haben die sich Yoda angenommen, für $ 125  wurde er das Stück abgeschleppt (immerhin $ 25 günstiger als der ADAC). Leider ist auch diese Werkstatt etwas „busy“ (viel los) und wir wissen nicht, wielange sie brauchen um Yoda wieder zu heilen. Wir haben also alles was wichtig ist erstmal mitgenommen und sind wieder ins Touricenter um uns etwas für die Nacht zu suchen. Das billigste sollte „Bruno´s Ocean Lodge“ sein, $50 pro Person und Nacht. Schon ziemlich teuer, aber nützt ja nichts. Als wir jedoch diese tolle Lodge gesehen haben, haben wir gedacht dass das ein Witz sein soll. Um in dieser Kaschemme zu schlafen hätten wir eigentlich Geld kriegen müssen. Man muss sich eine lange Baracke vorstellen, mit einem Picknicktisch davor. Ein Raum mit Waschmaschine und Trockner und eine Wäscheleine draußen. Keine Rezeption. Nur eine Telefonnummer und wenn man anruft, kommt wohl der Besitzer und gibt uns die Schlüssel. Sehr komisch. Das war uns dann doch zu oll und wir dachten, für $50 muss es doch was besseres geben. So gingen wir ins nächste Hotel, zufällig 4 Sterne und fragten Spaßenshalber nach. $ 160 die Nacht, pro Zimmer – also eigentlich „nur“ $ 60 teurer als diese Baracke. Wir finden, bevor wir uns sonstwas einfangen (und laut Internet sind alle anderen Hotels hier noch teurer), können wir uns das mal erlauben. Nun sind wir also 2 Nächte in dem Hotel, können duschen, Wäsche waschen und Frühstück ist auch mit drin. Klimaanlage und ein großes, weiches Bett. Als wir heute in der Werkstatt waren, hat uns der Mechaniker gesagt, dass er das Teil was Yoda braucht bestellt hat und er morgen fertig sein müsste. Wir hoffen es, da hier wirklich NICHTS ist. Es ist hier einfach nur heiß, schwül – heiß (38° oder mehr), kein Mensch läuft hier auf der Straße rum. Alles ist vertrocknet und irgendwie rot (von dem hohem Eisengehalt der Erde), baden kann man hier auch nicht, weil ich 1. mein Bikini im Auto gelassen hab und 2. das Wasser soweit weg ist wenn Ebbe ist, dass man in 2 Stunden immernoch laufen muss (leicht übertrieben). Außerdem ist man, bis man am Strand ankommt, schon längst verdurstet oder verbrannt. 😀 Hier gibt es nichts was man sich angucken kann – NICHTS. Port Hedland ist bis jetzt die langweiligste Stadt die ich bis jetzt gesehen habe. An alle die dies lesen: Ein Stopp hier lohnt sich nicht. So, genug rumgeheult, morgen ist Yoda ja hoffentlich gesund und wir können weiter.

Armer Joda wird abgeschleppt

Armer Yoda wird abgeschleppt

Bevor wir hier gelandet sind, waren wir in Coral Bay und Exmouth, die beiden Orte sind eigentlich auch hauptsächlich Touristenorte. Sie liegen genau am Ningaloo – Reef, das soll sogar noch schöner sein als das Great Barrier Reef. Und man kann tatsächlich vom Strand aus schnorcheln – am Great Barrier Reef muss man erst mit einem Boot fahren umd zu den Korallen zu kommen. Schorcheln ist echt toll, wir haben viele große und kleine Fische gesehen, Seesterne und Korallen. Das Wasser ist relativ warm. Denny hat sich schön den Rücken verbrannt und macht den Krebsen Konkurrenz. Die Zeit vergeht beim schnorcheln so schnell, man merkt gar nicht wie die Sonne knallt. Nach 2 Tagen schnorcheln haben wir die Küste verlassen und sind Richtung Outback gefahren, in den Karijini Nationalpark. Natürlich ist das noch kein richtiges Outback, aber die Gegend wurde schon viel karger und öder. Der Karijini NP besteht aus Schluchten und Bergen. Die Schluchten sind echt tief und man kann in den meisten auch wandern und in den Flüssen baden. Es gibt Kängurus und Dingos zu sehen – wir haben beides nicht gesehen. Wir waren eine Nacht in dem Park, am Morgen sind wir in eine Schlucht gestiegen, wir waren ganz alleine. Das war schon schön und beeindruckend, was die Natur alles so schafft über die Jahrtausende. Die Straße ist teilweise ziemlich abenteuerlich, teilweise aspahltiert, teilweise extrem ruckelig und hügelig. In dem Nationalpark und drumerhum kann man sehen, das Australien doch nicht so flach ist wie man immer denkt. Die nächste geplante Station, wo wir uns dann wirklich mal nach Arbeit umschauen wollen, ist eigentlich Broome. Mal sehen wielange wir jetzt noch hier bleiben müssen, alle mal die Daumen drücken das wir morgen weiter können 😉

                                                                                                                               

Also dann, gute Nacht. Wir freuen uns immer über Kommentare oder Gästebucheinträge.

Dieses Mal gehen die Grüße an alle unsere daheimgebliebenen Kollegen aus dem Agnes Karll und LMG. Wir vermissen euch, aber die Arbeit nicht 😛

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Über Denny und Sarah

Moin, moin! Wir berichten in unserem Blog regelmäßig über unser großes Abenteuer - Work and Holiday in Australien. Wir sind beide Mitte 20 und haben bzw. hatten alles was man so hat : Job, Wohnung, Auto, Hund... Das alles aufzugeben ist ein großer Schritt und wir behaupten mal, alleine die Entscheidung unseren Traum wirklich durchzuziehen ist viel schwerer, als wenn man frisch aus der Schule kommt und "noch nichts hat". Wir berichten über alles so aktuell wie möglich und versuchen nicht so langweilig zu schreiben, damit hier auch gerne mitgelesen/mitgefiebert wird. ;) Wir wünschen euch viel Spaß beim mitlesen und über Feedback freuen wir uns auch. Solltet ihr Fragen oder Anregungen haben, schreibt uns gerne eine Nachricht. Liebe Grüße aus Lübeck Denny & Sarah
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Eine Antwort zu Gestrandet in Port Hedland

  1. Oma und Opa schreibt:

    Euere Berichte sind immer so unterhaltend und man sieht richtig wie es dort in Australien ist, das ist eine wunderbare „andere“ Welt macht weiter so wir werden Eure Reiseberichte weiter gespannt lesen 🙂
    bleibt weiter gesund und mutig
    Oma Opa und Lycienne(karte mit freude erhalte :))

    Gefällt 1 Person

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