On the road

Good morning in the morning!
Wir sind jetzt schon ein paar Tage mit unserem Auto unterwegs. Sonntag, den 29.3., 17.20 Uhr sind wir losgefahren. Weit sind wir am ersten Tag nicht gekommen, weil wir nicht im dunkeln fahren wollen und es um 7 bereits Stockduster ist. Sobald die Sonne anfängt unter zu gehen, kommen die Kängurus raus und alles andere was da im Busch so kreucht und fleucht auch. Sehr gefährlich, weil man die Kängurus erst sieht wenn sie auf die Straße hüpfen. Wir sind also nur ca. 50 km aus Perth rausgefahren, weil da auch schon ein Nationalpark war, den wir uns angucken wollten (es sollte Koalas geben). Gecampt haben wir dann in einer kleinen Einfahrt, die von der Hauptstraße abging und ziemlich gut von Büschen umgeben war. Ein paar Kängurus die dort gerade Abendbrot gegessen haben waren die einzigen, die wir da gestört haben. Das Zelt auf unserem Auto aufzubauen ging schnell. Denny hat sich dann noch ein Feierabendbierchen gegönnt und dann sind wir früh ins Bett gegangen. Da ich natürlich zuviele Horrorfilme geguckt habe und auch sonst ein ziemlicher Schisser bin, habe ich die halbe Nacht kein Auge zugetan, weil ich bei jedem Geräusch Gefahr gewittert habe. Als ich dann auch noch Nachts auf´s Klo musste, war es ganz aus. Ich habe also Denny geweckt, der natürlich nicht gerade motiviert war mit mir auch Toilette zu gehen. Also habe ich mich wagemutig allein raus getraut und siehe da – alles friedlich und sicher. Danach habe ich dann auch ein bisschen schlafen können.
Am nächsten Morgen erwies es sich als nicht so einfach, das Dachzelt zusammenzubauen. Ich weiß nicht wie lange wir gebraucht haben, aber es kam mir so vor, als hätten wir es gleich stehen lassen können weil es sowieso gleich wieder dunkel wird. Endlich geschafft, machten wir uns auf in den Nationalpark. $ 12 Eintritt pro Fahrzeug, eigentlich ok, finde ich. Dann sind wir als erstes den Koala Rundgang gegangen und haben festgestellt, dass es sich nicht um wilde Koalas handelt, sonder dass sie durch niedrige Mauern in einer Art Gehege waren. Etwas enttäuscht waren wir schon, aber die Koalas sind trotzdem sooooo süß und man darf sie immerhin nicht anfassen oder auf den Arm nehmen. So leben sie da wahrscheinlich trotzdem einigermaßen frei, hängen auf Eukalyptusbäumen rum und pennen. Es gibt in dem Park noch verschiedene Wege, den kürzesten davon sind wir gegangen und haben 2 Spinnen gefunden. Was das für welche sind wissen wir nicht, aber ein Foto war sie uns wert. Dann noch schnell ein BBQ mit Känguru-Burger, dabei ist uns der Nationalvogel – der Kookaborra vor die Kameralinse gehüpft.
Die nächste Station hieß Pinnacles. Das sind Kalksteine, die von Wind und Sonne so gemacht wurden, wie sie jetzt sind. Ziemlich bekannt für Westaustralien. Übernachtet haben wir auf einem Campingplatz in Cervantes, weil überall Nationalpark war und man nirgends campen durfte. Ich habe mich sicher gefühlt und konnte gut schlafen. Das Zelt am Morgen einzupacken war dann auch schon viel einfacher als am Tag zuvor.
Am Eingang zu den Pinnacles sollte man wieder $ 12 zahlen, aber es war kein Mensch da, nur eine Box wo man das Geld reintun sollte. Denny wollte nicht, aber ich habe ihn überredet wenigstens 10 reinzutun. Sah schon schön aus da, das muss man sich angeguckt haben wenn man schonmal hier ist.
Das Ziel nach den Pinnacles war der Kalbarri Nationalpark, auch ein bekanntes Ziel. Wir haben einen Reiseführer mit und da steht eine Route von Perth nach Broome. Auf dieser Route wird kurz erwähnt, dass es ein Stück Land gibt, die Hutt-River-Province, die nicht zum Commonwealth of Australia gehört, sondern sozusagen ein eigener Staat ist. 1970 hat ein Bauer aus Wut beschlossen, nicht mehr zum Commonwealth gehörten zu wollen und hat sein eigenes Land gegründet. Es gab eine Zeit, ich glaube die 60er, wo man als Bürger einfach so austreten konnte. Jedenfalls wollten wir uns das mal angucken und sind dann über eine rote Schotterpiste dorthin gefahren. Angekommen mussten wir feststellen, dass nur bis 16 Uhr Besuchszeit ist, wir waren aber erst kurz nach 17 Uhr da. Trotzdem sind wir hingefahren und da man für $ 5 dort auch campen kann,sind wir über Nacht geblieben. Der Bauer, hat sich in „Prince Leonard“ umbenannt, ist mittlerweile Uralt und seine Frau, „Princess Shirley“, schon tot. Aber trotzdem ist er noch völlig beisammen und total nett. Die Nacht auf diesem großen Grundstück war wieder ein bisschen gruseliger, aber natürlich ist nichts passiert. Es gibt dort warme duschen, Toiletten und Sitzmöglichkeiten. Alles ganz einfach, aber es reicht. Wir haben eine fette Spinne gefunden als es dunkel wurde, die kommen auch meistens erst im dunkeln raus.Leider ist uns kein gutes Foto geglückt. Auf dem Gelände hüpfen Kängurus rum, die wir morgens nach dem Aufwachen beobachten konnten. Am nächsten Morgen hat uns Prince Leonard noch ein bisschen rumgeführt und uns sein kleines Museum gezeigt. Er hat viel Schnick-Schnack aus verschiedenen Ländern geschenkt bekommen, wir hatten leider nichts was wir ihm aus Deutschland hätten geben können. Er hat sogar seine eigene Währung und hatte eigene Briefmarken und alles, was man eben so hat, als eigenes Land. Hinter dem Bild von ihm, welches in Stein gemeißelt ist, haben wir nebenbei noch die giftigste Spinne Australiens gefunden – die REDBACK SPIDER. Wer mehr über Prinz Leonard und seinen eigenen Staat wissen möchte, kann sich ja mal seine Internetseite angucken: http://www.principality-hutt-river.com/
Danach sind wir dann in den Kalbarri-Nationalpark gefahren. Hier haben wir dann wirklich keinen Eintritt bezahlt……. Dort findet man das „Fenster aus Stein“, sieht aus wie ein Bilderrahmen. Der Nationalpark ist eine große Schlucht, sieht echt hübsch aus. Das einzige, was wirklich richtig schlimm und zum verrrückt werden ist, sind die ganzen Fliegen. Ich sag es euch, ich habe schon öfter davon gehört und gelesen, aber ich habe gedacht das ist übertrieben – ist es nicht. Hier sind soviele Fliegen, das man wahnsinnig wird. Die kriechen überall rum und rein. Wir haben schon Kopfnetze, damit wir wenigstens atmen und gucken können. Die Viecher gehen erst weg, wenn es dunkel und kälter wird (die Nächte sind echt kühl), dafür kommen dann die Mücken. Aber dagegen gibt es wenigstens Mückenspray und Kerzen.
Am nächsten Tag sind wir Richtung Monkey Mia gefahren, das ist an der sogenannten „Shark Bay“. Monkey Mia ist eigentlich nur ein winziger Ort wo es 1 Resort gibt, mit überteuerten Campingplätzen (auf dem wir nicht stehen durften wegen dem Dachzelt), überteuerte Mehrbettzimmer und überteuerte Bungalows. Dazu kommt, dass man für diesen ganzen Ort noch $ 8,50 pro Person zahlen muss, um überhaupt an den Strand zu kommen. Egal ob man da schlafen will oder nicht. Auch das ist Australien – man muss für jeden Scheiß bezahlen. Wirklich, für JEDEN SCHEISS. Naja, jedenfalls ist das besondere an diesem Ort, das morgens immer ein paar Delfine an den Strand kommen, diese kann man dann unter Aufsicht der Ranger mit Fisch füttern. Damit die Delfine trotzdem wild bleiben und jagen gehen, dürfen sie nur sehr wenig Fisch von den Touristen bekommen. Natürlich muss man das dann auch extra zu den Übernachtungskosten und dem Eintrittsgeld bezahlen. Wir waren erst nachmittags da, wussten aber schon aus verschiedenen Quellen, dass die Delfine meistens auch Abends nochmal an den Strand kommen. Also haben wir uns an den Strand gehauen und gewartet. Sehnsüchtig mit dem Fernglas das Wasser abgesucht. Ein Pelikam schwamm vorbei. Ich war baden, ein riesen Rochen kam mir entgegen, also bin ich lieber wieder rausgegangen. An einem Bootssteg haben wir dann eine schöne Meeresschildkröte entdeckt. Das war schon toll, aber leider keine Delfine. Als es später wurde, kamen ein paar Boote rein und wir konnten 1-2 Rückenflossen erkennen. Ein Ausflugssegelboot kam angefahren und hat gefragt, ob noch jemand die Sonnenuntergangstour mitmachen möchte. Wir haben natürlich gehofft, auf dieser Tour was zu sehen und gönnten uns den teuren Spaß. Leider wieder ohne Erfolg. Aber als wir dann zurück an den Strand kamen, sah ich von weitem eine Menschentraube etwas entfernt im Wasser. Wir sind also in rasender Geschwindigkeit den Strand entlanggerannt und die Delfine waren tatsächlich da. 4 Stück, im Knietiefen Wasser. Sie spielten mit den Beinen von den Leuten die schon da waren und stupsten einen an. Das war soooo schön, kostenlos und ohne viel Trubel. Ein paar Leute waren da, aber es hielt sich in Grenzen. Nebenbei ging die Sonne unter und das Wasser war rot verfärbt. Toll. Leider bringen die Fotos das ganze nicht so gut rüber wie es war.
Im Dunkeln sind wir dann in das nächste Städchen gefahren und haben auf einem Campingplatz übernachtet.
Am nächsten Tag stand ein Nationalpark auf dem Plan, in dem man Allradfahren muss, über Sand. Das war natürlich Dennys Ding. Bevor man in den Sand fährt, muss man den Reifendruck mindestens um die Hälfte reduzieren, damit man nicht stecken bleibt. Das Fahren ist dann eine ruckelige Angelegenheit, man versucht in der vorgefahren Spur zu bleiben und rüttelt hin – und her. Ich bin auch einmal gefahren, schneller als 40 – 50 km/h ist nicht drin. Auf jeden Fall ist das auch ein Erlebnis. Das Wetter war nicht so gut und vor 2 Wochen ist ein Zyklon über die Gegend hinweggefegt, deswegen durfte man nicht überall hin. Wir sind dann zu den beiden Plätzen gefahren, die freigegeben waren. War schön, aber mit Sonne und blauem Himmel wäre es noch schöner gewesen.

Jetzt sind wir gerade in Carnarvon, wollen zu ein paar Farmen fahren und gucken ob die Arbeit für uns haben. Wegen dem Zyklon sieht es nicht so gut aus, hier wurde wohl viel zerstört. Mal sehen.

Cheerio,
viele Grüße an meine liebsten Brüder und Schwager Stefan und Nico, Anne-Kathrin und Eve.

PS: Da das Internet hier extrem lahm ist, machen wir das nächste Mal einen reinen Foto-Post. Sonst sitzen wir hier übermorgen noch.

Denny und Sarah

Unser Schutzyoda :D

Advertisements

Über Denny und Sarah

Moin, moin! Wir berichten in unserem Blog regelmäßig über unser großes Abenteuer - Work and Holiday in Australien. Wir sind beide Mitte 20 und haben bzw. hatten alles was man so hat : Job, Wohnung, Auto, Hund... Das alles aufzugeben ist ein großer Schritt und wir behaupten mal, alleine die Entscheidung unseren Traum wirklich durchzuziehen ist viel schwerer, als wenn man frisch aus der Schule kommt und "noch nichts hat". Wir berichten über alles so aktuell wie möglich und versuchen nicht so langweilig zu schreiben, damit hier auch gerne mitgelesen/mitgefiebert wird. ;) Wir wünschen euch viel Spaß beim mitlesen und über Feedback freuen wir uns auch. Solltet ihr Fragen oder Anregungen haben, schreibt uns gerne eine Nachricht. Liebe Grüße aus Lübeck Denny & Sarah
Dieser Beitrag wurde unter Der Trip, Westküste veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Erzähle uns, wie Dir dieser Artikel gefallen hat

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s